
Lachen steckt an – nicht nur unter Menschen. Auch bestimmte Affenarten kommunizieren über Lachen. Der emphatische Gesichtsausdruck gibt wichtige Rückschlüsse über das Sozialverhalten von Kindern und deren Entwicklung.
Wissenschaftler des Istituto di Scienze e Tecnologie della Cognizione haben über 2 Jahre lang das Sozialverhalten der Kleinaffenart Theropithecus Gelada mit der Kamera festgehalten. Die Mühe war es wert. Die Analyse des gigantischen Filmmaterials brachte neue Erkenntnisse: Emphatisches Lachen gibt es auch bei kleineren Affenarten. Bislang konnte emotive Gesichtsmimik nur bei größeren Affenarten, wie Orang-Utans beobachtet werden.
Bei den kleineren Verwandten, die in der äthiopischen Hochebene zuhause sind, spielt Lachen eine ebenso wichtige Rolle, vor allem in der Erziehung des Nachwuchses. Die Familie der Theropithecus Gelada lebt in kleineren Gruppen mit einem männlichen Oberhaupt, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Vor allem die männlichen Kinder werden von ihren Müttern reichlich „belächelt“. "Wir gehen davon aus, dass der Gesichtsausdruck in der Mutter-Sohn-Beziehung auch beim Menschen prägend und für die kindliche Entwicklung von großer Bedeutung ist", meint Projektleiterin Elisabetta Palagi.
Grundform der Empathie auf dem Prinzip der Spiegelneuronen

Am meisten gelacht wird in Situationen engen Körperkontakts, wie beim Spielen oder bei der gegenseitigen Körperpflege. "Wir konnten feststellen, dass ein Lachen mit eng geschlossenen Zähnen ein Lachen mit eng geschlossenen Zähnen zur Folge hatte, während ein Lachen mit breitem Mund wiederum mit einem Lachen mit breit geöffnetem Mund beantwortet wurde", so Palagi.
"Die beim Lachen entstehende Gesichtsmimik ist eine ungewollte, automatisch ablaufende Antwort auf das Verhalten von Artgenossen, die sich von den bewusst gesteuerten Gesichtsausdrücken vor allem durch ihre höhere Geschwindigkeit unterscheidet", bestätigt Projektleiterin Elisabetta Palagi. Neurophysiologisch betrachtet beruhe diese Grundform der Empathie auf dem Prinzip der Spiegelneuronen, die bei der Beobachtung der Handlungen von Artgenossen aktiviert werden.
Also, auch bei der Kindererziehung darf gelacht werden, was das Zeug hält.
Denn Lachen ist laut Dr. Charmaine Liebertz gesund: „Lachen erhöht die Anzahl und die Aktivität von Killerzellen und Antikörpern und verbessert darüber hinaus die Leistungsfähigkeit der Atmung. Es kräftigt das Herz, stabilisiert den Kreislauf und verbessert die Durchblutung.
Und je eher ein Kind die positiven Wirkungen des Humors entdeckt, umso leichter wird ihm das Erwachsenenleben mit all seinen ernsten Anforderungen fallen. Denn Humor hilft Stress zu bewältigen, fördert kreatives und innovatives Denken und weist einen optimistischen Weg aus Konflikten und Krisen heraus“.
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