
Der Tierwelt nicht auf den Zahn, sondern auf den Fuß gefühlt – dank der neu entwickelten Software FIT (Footprint Identification Technology), die nur anhand eines Fußabdrucks auf Art, Individuum, Alter und Geschlecht seines Verursachers schließen kann. Klingt unglaublich, ist es aber nicht – denn genau wie die Fingerabdrücke von uns Menschen sind auch die Fußabdrücke der Tiere einmalig.
Das machte sich die Organisation WildTrack bei der Entwicklung ihrer Software zunutze. Selbst auf Schnee, einem der laut WildTrack am schwierigsten zu handelnden Substrate überhaupt, sollen etwa die Pfotenabdrücke der kanadischen Eisbären erstaunlich viele Informationen liefern.
Wozu das Ganze? FIT lässt das Monitoring auch seltenster und kleinster Tierarten zu, die kaum je vom Menschen gesichtet werden, jedoch zwangsläufig ihre Spuren hinterlassen. FIT vermeidet den direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier, ist also nicht-invasiv, und zudem äußerst kosteneffizient. Kein Wunder, denn alles was die Software für ihre Analyse benötigt, ist ein gutes Foto des entsprechenden Fußabdrucks. Diese Bilder werden dann mit weiteren Fotos schon bekannter Tiere mit gegebenem Alter und Geschlecht abgeglichen.
25 bis 36 Prozent der Säuger weltweit vom Aussterben bedroht
„Die Kosten des Artenschwunds übersteigen die der aktuellen Finanzkrise nicht nur, die Schäden sind außerdem häufig irreparabel.“ Dieses schockierende Abschlussstatement verlas der IUCN (International Union for Conservation of Nature) World Conservation Congress in Barcelona im Jahr 2008. 25 bis 36 Prozent alleine der Säugetiere weltweit seien zu diesem Zeitpunkt vom Aussterben bedroht gewesen.

Der wichtigste Schritt, um dieser fatalen Entwicklung entgegen zu wirken? Nach Meinung von WildTrack geht es vor allem darum, „herauszufinden, wie viele Tiere da sind und wo sie sich aufhalten.“ Erst dann sei es möglich, die Geschöpfe effektiv vor Wilderei, Verschmutzung oder Zerstörung ihrer Lebensräume zu bewahren. FIT liefert einen wichtigen Beitrag zu diesem essentiellen Monitoring, ganz ohne die vielen negativen Effekte, die etwa das Fangen und Markieren der Tiere mit sich bringen kann.
Rettung der letzten Amur-Tiger in China?
In Nordostchina erwies sich FIT bereits als vielversprechend im Kampf um den Schutz der letzten Amur-Tiger. Die chinesische Population grenzt an einen größeren Bestand in Russland an, der aus gerade einmal 400 bis 450 Individuen besteht. Diese Population soll dazu ermutigt werden, nach China zurückzukehren. Doch FIT kümmert sich auch um die Eisbären in der Arktis, ja selbst um die winzige Europäische Haselmaus.
„Viele der bedrohten Arten fungieren als Flaggschiffarten. Wenn sie nicht mehr da sein, wird es auch um unsere Motivation, ihre Lebensräume zu erhalten, geschehen sein“, warnt WildTrack auf seiner Homepage. Es bleibt also zu hoffen, dass FIT fit genug dafür ist, eben dieses Horrorszenario zu verhindern. NISO
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