Mit Solar-Ballons noch mehr Sonnenpower ernten

Foto: treehugger/PixScience.fr/Grégoire Cirade

Solarpower auf Höhenflug: Französische und japanische Wissenschaftler brüten über ihrer revolutionären Idee. Sie wollen Solarmodule an hoch fliegende Ballons montieren und damit die Kraft der Sonnenenergie weit oben in der Stratosphäre abzapfen.

Die Idee klingt simpel: In einer Höhe ab sechs Kilometern, weit über der Wolkendecke, fällt deren Beschattung als Hindernis für eine effektive Strom-Ausbeute aus den Sonnenstrahlen weg. Durch Kombination mit einer Wasserstoff-Produktion wollen die Forscher am NextPV-Labor des French National Center for Scientific Research sowie ihre Kollegen von der Universität Tokio auch die Strom-Produktionslücke in den Nachtstunden überbrücken.

In dieser Kombination, so rechnen die Wissenschaftler, läge der Energieertrag des fliegenden Sonnenkraftwerks pro Flächeneinheit um das Dreifache über einer Anlage auf dem Erdboden.

 

Ballon ist Solar und Brennstoffzellen-Kraftwerk

 

Grafik: treehugger/PixScience.fr/ Grégoire Cirade

„In einer Höhe über sechs Kilometer scheint die Sonne den ganzen Tag ohne Beeinträchtigung durch Schatten von Wolken“, begründet Jean-François Guillemoles die Forschungen. „Dort oben sorgt die intensivere Strahlung auch für noch effektivere Stromerzeugung.“

Ein Teil des bei Tag erzeugten Sonnenstrom erzeugt in einer Brennstoffzelle aus Wasser Dessen Komponenten Wasserstoff und Sauerstoff. Den Wasserstoff speichert die Anlage im Ballon, der dadurch Auftrieb erhält. Nachts verkehrt sich der Vorgang in sein Gegenteil. In der Brennstoffzelle verbrennt das Gas aus dem Ballon mit Sauerstoff aus der Luft zu Wasser und speist damit die frei werdende Energie am Boden ins Netz ein.

Der Direktor des NextPV-Lab sieht darin die perfekte Kreislauflösung für die heutzutage misslichen Ausfallzeiten der Sonnenkraftwerke in der Nacht oder bei bedecktem Himmel.

Noch ist der Solar-Ballon erst eine Konzeptstudie. In zwei Jahren soll ein erster Prototyp in den Himmel starten. Mit ihm wollen die Wissenschaftler die praktischen Anbindungen etwa der Kabelverbindungen zum fliegenden Kraftwerk testen und das System Schritt für Schritt optimieren.


pit

 

 

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