Neue Walart entdeckt- vom Haikiller zum Blauwal?

 

Eigentlich ging es nur um die Erweiterung eines Highways in Kalifornien - doch ganz nebenbei entdeckten Paläontologen und Archäologen jenseits der Baumaschinen Fossilien einer neuen Walart!

 

Bei „Willy“, der, glaubt man den Wissenschaftlern, vor rund 17 bis 19 Millionen Jahren das Meer durchschwamm, handelt es sich vermutlich um einen gemeinsamen Vorläufer der heute lebenden Zahn- und Bartenwale.

 

Doch nicht immer war die Unterscheidung der beiden Ordnungen anhand vorhandener bzw. fehlender Zähne so einfach. Die ersten Bartenwale besaßen Zähne, die auch heute noch in der Frühentwicklung der Embryonen von Finnwalen zu erkennen sind. „Willy“ bildet vermutlich eine evolutionäre Vorstufe auf dem Weg zum „modernen“ zahnlosen Bartenwal.

 

Foto: David Fleetham/WWF

Waren Haie "Willys" Leibgericht?

 

Und das eröffnete ihm gegenüber seinen Nachfahren, etwa den friedlichen Blau- und Buckelwalen, ganz andere Möglichkeiten; nicht nur, weil „Willy“ ein Gigant ist, was für die Wale der damaligen Zeit eher ungewöhnlich war. Neben ihm schrumpften drei weitere in Kalifornien ausgegrabene Zahnbartenwale der Gattung Morawanocetus regelrecht zusammen. Doch vor allem aufgrund seiner stark abgenutzten Zähne vermutet die Paläontologin Meredith Rivin (John D. Cooper Archaeological and Paleontological Center in Fullerton, California): „Willys Lieblingsmahlzeit könnten Haie gewesen sein.“ Bei lebenden Orcas, die sich nachweislich ebenfalls von Haien ernähren, wurde ein ähnlicher Verschleiß der Zähne festgestellt.

 

Für Rivin und ihre Kollegen war die kalifornische Großbaustelle eine wahre Fundgrube. Die Forscher bargen zwischen 2000 und 2005 nicht nur mehr als 30 Walschädel, sondern auch eine Reihe fossiler Haiüberbleibsel. Die Untersuchung der Fossilien überdauerte Jahre- jetzt stellten Rivin und Paläobiologe Nicholas D. Pyenson (Smithsonian Institution’s National Museum of Natural History) ihre Ergebnisse auf dem Jahrestreffen der AAAS (American Association of the Advancement of Science) in Boston vor.

 

Die gemeinsam mit „Willy“ entdeckten Morawanocetus-Wale waren japanischen Forscher bereits bekannt, stellten auf kalifornischem Gebiet aber ebenfalls eine Neuheit dar. „Willy“ und seine Artgenossen starben nach Angaben der Wissenschaftler vor rund fünf Millionen Jahren aus. NISO

 

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