
Auswandern nach Australien oder mal kurz nach Rio de Janeiro - kein Problem für den Erdbewohner des 21. Jahrhunderts, oder doch? Eine amerikanische Forscherin behauptet jetzt: der menschliche Körper ist nicht für weite Ortswechsel gemacht. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Sonne.
Über Jahrtausende hinweg hat sich der menschliche Körper an seinen Lebensraum angepasst. So kam es, dass sich ein Bewohner Irlands äußerlich von einem Sizilianer, einem Chinesen oder einem Kongolesen unterscheidet. Ein besonderes Merkmal ist hierbei die Hautfarbe. Im Laufe der Evolution passte sich die menschliche Haut der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung rund um den Globus an.
Menschen, die einer hohen UV-Strahlung ausgesetzt sind, besitzen einen hohen Anteil an Melanin in ihrer Haut. So haben alle Bevölkerungsgruppen, die nahe am Äquator wohnen, dunkle Haut und schwarze Haare. Das Pigment Melanin schützt die Haut vor dem Sonnenlicht. Als die ersten Menschen den afrikanischen Kontinent verließen und sich in Europa, China und Amerika ansiedelten, verloren sie einen Anteil ihrer Melanin-Pigmente. Je weniger UV-Strahlung sie ausgesetzt waren, desto weniger Melanin benötigten sie. Die Farbe ihrer Haut und ihrer Haare wurde heller.
Melanin bestimmt also, wie viel Sonnenlicht die Haut aufnimmt und regelt somit auch die Vitamin D- und Kalziumproduktion. Es schützt außerdem davor, dass zuviel UV-Strahlung die körpereigene Folsäure zerstört, die ausschlaggebend für die Zellteilung ist.
Büroarbeit schadet der Gesundheit

Die Anthropologin Nina Jablonski warnt nun die Gesellschaft, die Fähigkeiten des menschlichen Körpers nicht zu überschätzen. Nicht alles, was die moderne Lebensweise mit sich bringt, ist gut für unseren Körper.
So sieht Jablonski in der heute allgegenwärtigen Büroarbeit schon eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit. „ Stellen Sie sich einen Bauern im alten Nordengland vor. Er arbeitete vorwiegend an der frischen Luft und bekam somit die Portion Sonnenlicht ab, auf die sich sein Körper über Jahrtausende eingestellt hatte. Nun arbeitet der Nordengländer hauptsächlich im Büro, in geschlossenen Gebäuden und sieht kaum Sonnenlicht, außer, wenn er einmal im Jahr für zwei Wochen nach Spanien in den Urlaub fährt.“
Dieser rasante Lebenswandel hat erhebliche Auswirkungen auf unsere menschliche Gesundheit. Sonnenlicht macht nicht nur glücklich, wie es so schön heißt, sondern ist essentiell für die Gesundheit. „Zu wenig Sonnenlicht kann zu einer Vitamin-D-Katastrophe für viele Menschen werden“, so Jablonski.
Lebertran, der einzige Sonnenlicht-Ersatz

Ein Erwachsener braucht am Tag zwischen 250 und 500 μg Vitamin D. Leider enthalten nur wenige Lebensmittel das wichtige Vitamin und meist auch nur in sehr geringen Dosen. Deswegen rät Jablonski den Vitamin-D-Haushalt notfalls mit Zusatzpräparaten aufzubessern. Wer auf Vitamine in Pillenform verzichten möchte, sollte am besten zum berüchtigten Lebertran greifen. 100 Gramm des bitteren Tranks können bis zu 3.800 μg Vitamin D enthalten. Eine wirklich optimale Alternative gibt es nicht. Denn der Räucheraal, Platz Zwei auf der Vitamin-D-Rangliste kann nur noch 21 μg pro 100 Gramm aufweisen. Im Allgemeinen gilt: Vitamin D ist vorwiegend in Fettfischen, Innereien, Eiern und in begrenztem Maße auch in Milchprodukten zu finden.
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