Schotten fahren bald mit Whisky im Tank

Whiskybrennerei: Rohstoffe für Biosprit Foto: Wikimedia CC/GNU 1.2/Hajotthu

Bei Polizeikontrollen könnte künftig das Auto falschen Verdacht erzeugen: Im Heimatland des Scotch tüftelt die schottische Firma Celtic Renewable in Edinburgh daran, aus Abfällen der Whisky-Produktion Biosprit zu destillieren.

Drei Jahre brauchte Celtic Renewable für die Forschung. Jetzt soll das Produkt marktreif sein, schreiben die Forscher im Fachblatt American Chemical Society.

 

90 Prozent Abfall bei Whisky-Produktion sinnvoller nutzen

 

90 Prozent der Stoffe, die Destillen zur Herstellung des alkoholischen Hochprozenters brauchen, sind am Ende des Prozesses Abfall: Pressrückstände oder hefebasierte Flüssigkeiten - genannt „Pot Ale“. Heute streuen Bauern „Pot Ale“ als Dünger auf ihre Äcker oder verfüttern den Gärrückstand an ihre Tiere im Stall.

Manche Destillen schütten ihr „Pot Ale“ auch einfach ins Meer. Das wollte Celtic Renewable ändern und suchte nach einer sinnvolleren Verwendung.

 

Ziel: Biobutanol mit Wirkungsgrad wie Benzin oder Gas

 

Die Idee: Die Chemiker der Firma wollen Melasse und andere Zucker wieder in Verbindungen umbauen. „Pressrückstände und das Pot Ale sollen auf diese Weise in Aceton, Biobutanol und Ethanol verwandelt werden, wobei vor allem die beiden zuletzt genannten Produkte für die Entwicklung von Biosprit Verwendung finden können“, beschreibt die Agentur Pressetext das Verfahren.

Biobutanol gilt als Biosprit der kommenden Generation.Es soll fast einen Wirkungsgrad wie Benzin oder Gas haben und etwa 25 Prozent mehr Energie pro Volumeneinheit als Bioethanol erzielen. „Noch dazu ist Biobutanol einfacher zu lagern, weniger korrodierend und sicherer zu bedienen als Bioethanol“, so Pressetext. Der neue „Wundersprit“ funktioniere auch in nicht eigens dafür umgeänderten Maschinen und könne mit Diesel oder Biodiesel gemischt werden.

Als Abfallprodukt des Recyclingprozesses entsteht auch Aceton, aus dem Firmen wiederum Plastikkarten oder Plexiglas erzeugen. 100.000 Tonnen Aceton im Wert von 100 Millionen Euro muss Großbritannien jährlich importieren – ein schöner Nebenverdienst der Whisky-Sprit-Produktion.


pit

 

 

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