Skifahren in Zeiten des Klimawandels

Obertauern Foto: leobard/flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Ski-Hasen wedeln künftig wohl eher - und dann passend - an Ostern als zur Weihnachtszeit über die Pisten und Hänge deutscher Wintersportorte. Die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Studien zur Ökonomie des Wintertourismus stellen die Münchener Forscher Anja Berghammer und Jürgen Schmude von der Ludwig-Maximilian Universität (LMU) über den „Optimal Ski Day“ vor.

„Die meisten deutschen Skigebiete liegen langfristig nicht hoch genug“, fasst Schmude seine Studie zusammen. Gepaart mit einer deutlichen Niederschlagsverschiebung durch den aktuellen Klimawandel, ergäbe dies, dass sowohl Pisten-Fans wie Tourismus-Manager sich umstellen müssten. Aufgrund des Klimawandels werden „ langfristig nur ein bis zwei Skigebiete in Deutschland übrigbleiben“, schreiben die Geographen im Fachmagazin Tourism Economics.

 

Optimale Skitage gibt es künftig eher an Ostern

 

Die Forscher definierten dafür den „idealen Pistentag“: Fünf Stunden Sonnenschein, kein Niederschlag und Temperaturen zwischen minus und plus fünf Grad Celsius. Dann prüften sie anhand von sehcs verschiedenen Klimamodellen, wann, wo und wie oft sich solche Bedingungen in Zeiten des Klimawandels künftig noch in Deutschland erwarten lassen. Enttäuschendes Ergebnis für Brettlfans: „Im Augenblick liegt das Maximum der optimalen Skitage im Dezember und Januar. Dies wird sich über die 2020er- bis 2030er-Jahre in Richtung Ostern verschieben. Wir haben das „Christmas-Easter-Shift“ genannt: Es gibt dann keine weißen Weihnachten mehr, sondern die optimalen Skitage treten eher im März und April auf“, sagt Schmude.

 

Der Grund sei, so Schmude in einer Pressemeldung zu seiner Studie, eine andere Niederschlagsverteilung – insgesamt gäbe es weniger Niederschläge und besonders im Dezember werde es eher regnen als schneien – sowie ein späteres Auftreten von Frosttagen während der Skisaison.

Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist für die Forscher ein „Paradigmenwechsel“: Tourismus-Manager könnten „nicht mehr weiße Weihnachten vermarkten“. Sie müssten „sich darum kümmern, dass die Gäste an Ostern noch Lust haben zum Skifahren“, glaubt Schmude. Bis 2050 würden voraussichtlich noch ein bis zwei deutsche Skigebiete übrig bleiben. Anderswo sollte die Abhängigkeit von der Schneelage zurückgefahren werden, zieht Schmude ein Fazit seiner Studie, „indem alternative Konzepte für den Tourismus entwickelt werden und das Angebot diversifiziert wird.“


red

 

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