
Science Fiction - ganz real: Mit einem „eco-detector“ genannten Gerät spürt Scott Egan gentechnisch verändertes Erbgut in Gewässern auf. Der Wissenschaftler von der Rice-University im texanischen Housten durchsucht die Umwelt – ganz wie einst „Pille“ auf der Enterprise seine Patienten mit dem „Tricorder“ diagnostizierte.
Über den Forscher und sein Gerät, das gentechnisch manipuliertes Erbgut aufspürt berichtet auch die Nachrichtenagentur Pressetext. Es suche in Gewässerproben nach Anomalien in Geweberesten: „Ein spezielles Spektrometer findet in Wasserproben Spuren von DNS, die für gentechnisch veränderte Organismen charakteristisch sind. Das soll helfen, den Einfluss von Gentechnik auf die Umwelt besser zu verstehen.“
DNA-Scanner kann Gentech-Reste entdecken
Der Prototyp ist einsatzbereit. Die Wissenschaftler arbeiten laut Agentur derzeit an der Feinabstimmung. Vor allem wollen sie ihr Gerät „merklich empfindlicher“ machen.
Fünf Jahre forschte Scott Egan bereits an seinem „eco-detector“. Sein Ziel ist es, nicht nur genetisch verändertes Erbgut zu finden. Er will seine Funde künftig auch genau quantifizieren können. Das erlaube dann eine Aussage darüber , wie hoch die Gefahr durch die in die Umwelt freigesetzten künstlichen Erbmoleküle sind.

Vorbild für die Forschung war der Film: In „Star Trek“ scannen Wissenschaftler ständig mit tragbaren Geräten die Umgebung nach Anomalien. „Der Tricorder war eine Inspiration für das, was wir machen wollen“, zitiert die Agentur den Biologen Egan. Sein DNS-Scanner setzt auf ein Spektrometer, das gesuchte DNA mithilfe von Nanopartikeln oder Proteine mithilfe von Antikörpern sichtbar macht. Denn das beeinflusst die Absorption, Beugung und Brechung von Licht auf der Nanoskala. Der aktuelle Prototyp brauche rund 50 Einheiten einer gesuchten DNS pro Milliliter Wasser, um sie in einer Probe nachzuweisen. Das ist Egan zufolge relativ viel im Vergleich zu anderen Laborgeräten.
Genmais-Erbgut aufspüren und Kontamination der Umwelt verhindern
Das Projekt will die Erkennung diverser Gentechnik-Produkte ermöglichen. Ein Paradebeispiel ist Genmais (Bt-Mais), der dank Bakterien-Gen resistenter gegen Schädlinge ist. „Das ist eine tolle Erfindung, die eine höhere Maisproduktion pro Flächeneinheit erlaubt“, sagt Egan. Allerdings gelangten dabei auch Pflanzenteile in natürliche Gewässer, wo sie womöglich die für viele Ökosysteme wichtigen Köcherfliegen gefährden könnten. Denn diese sind mit den Mais-Schädlingen, gegen die die Veränderung hilft, eng verwandt. Das Gerät soll helfen, solche Gentechnik-Verunreinigungen in der Umwelt zu finden und ihre Auswirkungen zu beurteilen.
red
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