
Selbst hier in Europa kennen viele den Sahara-Staub, der von Zeit zu Zeit dem Auto eine andere Farbe gibt. Er beeinflusst die atlantischen Klima-Modi genauso wie regionale Zusammensetzung der Atmosphäre und Strahlungsbilanz oder Niederschläge in der Sahelzone. Seit einiger Zeit wird in der Sahara anscheinend aber immer weniger Staub aufgewirbelt. Jetzt hat ein amerikanisch-französisches Forscher-Team um Amato Evan von der University of California in San Diego dieses Phänomen untersucht und ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht.
Um die Rolle des Sahara-Staubs im Klimasystem nachvollziehen zu können, ist es erforderlich, die Faktoren seiner Emission und seines Transports zu verstehen. Allerdings korreliert der afrikanischen Staub mit scheinbar unterschiedlichen atmosphärischen Erscheinungen, einschließlich des El Niño, den nordatlantischen Oszillationen, den Niederschlägen in der Sahelzone und den Oberflächentemperaturen über der Sahara. Um zu zeigen, dass der Oberflächenwind verantwortlich ist für die meisten Schwankungen der nordafrikanischen Staubemission, haben die Forscher Daten der Jahre 1851-2011 ausgewertet.

In diesem Zeitraum fanden die Wissenschaftler zwei Phasen mit erhöhten Staubkonzentrationen in der Luft: von den 1910er- bis zu den 1940er Jahren sowie von den 1970er- bis zu den 1980er Jahren. Besonders niedrig waren die Emissionen in den 1860er-, 1950er- und 2000er Jahren. Die Projektionen der Windmuster auf Klimamodelle ergeben einen statistisch signifikanten Abwärtstrend der afrikanischen Staubemissionen und Transporte, den Evan und Kollegen mit dem Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen im 21. Jahrhundert in Zusammenhang sehen. Ein solcher Staub-Feedback, kann zu einer verbesserten Luftqualität und zu erhöhten Niederschlägen in Westafrika führen. Gleichzeitig kann dieser Effekt aber eine Erwärmung des tropischen Nordatlantik zur Folge haben, was dann wiederum für mehr und heftigere Wirbelstürme sorgen könnte. Wenn es nach den Forschern geht, sollte der Sahara-Staub künftig auf jeden Fall eine entsprechende Berücksichtigung in den Klimamodellen finden.
hjo
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