UBA: Deutschland ist viel zu laut

Foto: ap/Benjamin Thorn

Viel zu laut! Jeder zweite Mensch in Deutschland fühlt sich durch Lärm gestört und belästigt. Der Krach nervt nicht nur, „er kann auch krank machen“, betont Präsident Jochen Flasbarth vom Umweltbundesamt (UBA).

Flasbarth stellte in Berlin die UBA-„Schwerpunkte 2013“ der Presse vor. Das Thema „Lärm“ ist darin neben dem verstärkten Schutz der Meere und Verbesserungen beim „nachhaltigen Bauen“ eine der Hauptaufgaben.

Zum Lärmschutz betonte Flasbarth, Studien seines Hauses hätten bewiesen, dass „bereits niedrige Dauerschallpegel von 40 dB(A) in der Nacht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und psychische Erkrankungen signifikant steigen lassen“.

 

Verkehr als Hauptlärmquelle kostet 60.000 Lebensjahre

 

Hauptlärmquelle ist nach den Worten des UBA-Chefs „seit langem der Straßenverkehr“. Rund 54 Prozent der Deutschen fühlen sich nach einer repräsentativen UBA-Umfrage in ihrem Wohnumfeld durch Autos oder Lastwagen belästigt oder gar gestört. Jochen Flasbarth argumentierte bei der Veranstaltung mit Hinweis auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut deren Berechnungen „gehen in Westeuropa jährlich 61.000 ,gesunde’ Lebensjahre durch verkehrslärmbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen verloren.

Auch Bahnverkehr nervt die Menschen. Nach den Ergebnissen der UBA-Umfrage fühlt sich immerhin jeder dritte Einwohner beeinträchtigt.

Vor allem die großen Güterverkehrskorridore, auf denen Containerwaggons über die Schienen rasseln, bereiten den Lärmexperten dabei Kopfzerbrechen. Flasbarth: „Unnötiger Lärm durch Güterzüge darf nicht weiter die Achillesferse der im Vergleich zum LKW sonst sehr umweltfreundlichen Schiene sein.“ Der Behördenchef nennt konkrete Problemstrecken der Bahn in Deutschland: „Im Mittelrheintal und anderen stark befahrenen Strecken treten auf einzelnen Abschnitten Lärmpegel auf, die weit über dem liegen, was aus Gründen des Gesundheitsschutzes verträglich ist.“

Dabei ist Hilfe gar nicht so schwierig. Wenn die Gleise möglichst glatt gehalten werden, fährt der Güterzug geräuschärmer. „Gerade bei alten Güterwagen im Bestand lohnt es sich, die klassischen Grauguss-Bremsklötze gegen moderne Alternativen aus Kunststoff zu tauschen“, sagt Flasbarth. Das verhindere, dass die Räder sich aufrauen und die Gleise beschädigen. Die Konsequenz: Die Züge rollen dadurch deutlich leiser.

Um die Umrüstung der Altbestände zu beschleunigen, bieten sich laut UBA nach Lärm gestaffelte Trassenpreise an.

 

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