Umweltbildung mal anders: Eltern lernen von ihren Kindern

Foto: flickr/mueritz

Sind Kinder die treibende Kraft hinter dem Umweltbewusstsein ihrer Eltern? Dass Kinder diesbezüglich von ihren Eltern lernen - klar, das ist nicht weiter überraschend. „Der Abfall gehört in den Mülleimer“, „Der Drahtesel ist umweltfreundlicher als die Stahlkarosse“, „Essen wird nicht weg geworfen“ - solche und ähnliche Wahr- und Weisheiten haben die meisten von uns sicher irgendwann einmal zu hören bekommen.

 

Forscher des Londoner Imperial College vermuten jetzt: Es geht auch umgekehrt. Inwieweit Kinder ihre Eltern in Sachen Umweltfragen „erziehen“ können, untersuchte das Team um Peter Damerell im Rahmen einer Studie auf der Mahé Island auf den Seychellen.

 

Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf das Know-how der Eltern und ihrer Sprösslinge rund um das Thema Süßwasserökosysteme. Sieben der 15 teilnehmenden, aktiv in der Umweltbildung tätigen Wildlife Clubs, hatten sich in den vorangehenden zwölf Monaten mit Süßwasserprojekten beschäftigt, während die Vergleichsgruppe andere Schwerpunkte gesetzt hatte.

 

Die 161 teilnehmenden Schüler und ihre Eltern füllten jeweils einen Fragebogen aus, der ihr Wissen um vorkommende Arten im Süßwasser sowie Bedeutung und Bedrohung ihrer Lebensräume abfragte. Den Eltern wurde zusätzlich in Sachen hauseigener Wasserverbrauch auf den Zahn gefühlt.

 

 

Wissen der Kinder maßgeblich für Konsumverhalten der Eltern

 

Die Kinder, die zuvor an Umweltbildungsmaßnahmen in puncto Süßwasser teilgenommen hatten, wussten folgerichtig mehr als die Vergleichsgruppe. Das Interessante an der Studie ist aber: Je ausgeprägter das Wissen der Kinder rund ums Wasser, desto mehr wussten nicht nur die Eltern, sondern desto sparsamer gingen sie auch mit dem kostbaren Nass um.

 

Können Kinder also das Umweltbewusstsein und –verhalten ihrer Eltern maßgeblich beeinflussen? Laut Forscherteam waren auch Faktoren wie Alter und Bildungsniveau der Eltern nachweislich für deren Konsumverhalten verantwortlich. Dennoch bleibt festzuhalten: Die beste Erklärung für die Ergebnisse der Studie lieferte das vorhandene Wissen der eigenen Nachkommen. Wobei sich viele Eltern gar nicht bewusst waren, aus den Erzählungen ihrer Kinder zur Umweltbildung lernen zu können.

 

Damerell: „Wir hoffen, dass andere Wissenschaftler unsere Resultate zum Anlass nehmen, noch mehr über diese mögliche Kind-Eltern-Erziehung herauszufinden. Interessant wäre, in welchen Situationen besonders viel Wissen weitergegeben wird und welche Arten von Information sich am ehesten in veränderten Haushaltspraktiken niederschlagen. NISO

 

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