Neu publizierter Stammbaum der Vögel steckt voller Überraschungen Vier Jahre lang untersuchten rund hundert Forscher an Instituten in China, den USA und Dänemark in einem gemeinsamen Projekt die Abstammung der Vögel. Die Wissenschaftler analysierten die ermittelten Daten mit einer eigens hierfür entwickelten Software an neun Supercomputern.
Damit gelang es den Forschern, den bisher genauesten Stammbaum der artenreichsten Landwirbeltierklasse zu erstellen.
Das Ergebnis der Studie beantwortet offene Fragen, sorgt für Verblüffungen und lässt Raum für neue Diskussionen.
Ungelöste Rätsel der Vogelevolution geknackt
„In der Summe ergeben die verschiedenen, miteinander koordinierten Studien eine `Kartierung des Urknalls der Vogelentwicklung´, schreiben Erik Jarvis und sein Team von der Duke University. Bisher existierte kein Stammbaum, der die Verwandtschafts-verhältnisse der ausgestorbenen und lebenden Vogelarten in solcher Weise aufdeckt.
Die Wissenschaftler entzifferten von den knapp 11.000 rezenten Vogelarten das Erbgut von 48 Arten aus fast allen Hauptgruppen heute lebender Vögel. Dabei handelte es sich um Untersuchungsmaterial aus allen wichtigen Abstammungslinien heutiger Vögel, dessen evolutionäre Beziehung die Forscher entschlüsselten.

Im Gegensatz zu bisherigen Studien betrachteten die Mitarbeiter in der aktuellen Studie das gesamte Erbgut einer jeden Spezies.
Vergleichende Vogel-Krokodil Analysen im Zusammenhang mit der Studie zeigen, dass Krokodile die nächsten lebenden Verwandten der Vögel sind. Krokodile sind enger mit Vögeln verwandt, als mit anderen Reptilien. Vögel gelten als direkte Dinosaurier Nachfahren. Die Studie stützt die Annahme, dass Vögel eine Teilgruppe der Reptilien und keine eigene Wirbeltierklasse sind.
Viele Vogelmerkmale ent-standen unter verschiedenen Bedingungen mehrmals und unabhängig voneinander. So entstand der Gesang im Verlauf der Evolution mindestens zwei Mal. Beispielsweise erwarben ihn Singvögel und Papageien unabhängig von den Kolibris. Beim Gesang der Singvögel treten vorwiegend die gleichen Gene in Aktion wie beim Sprechen des Menschen.
Internationale Forschergruppe präsentiert gemeinsames Werk
Fast zeitgleich veröffentlichten die Wissenschaftler weitere Ergebnisse und erste Erkenntnisse der langen und mit enormem Aufwand betriebenen Nachforschungen.
Verteilt über mehrere Journale publizierten die Mitarbeiter um Guojie Zhang von der Nationalen Genbank am BGI in China, Erich Jarvis von der Duke University , Thomas Gilbert vom Naturkundlichen Museum Dänemarks und Alexandros Stamatakis vom Heidelberger Institut für Theoretische Studien 23 Abhandlungen der gemeinsamen Forschungsarbeit. Genug Material als Diskussionsgrundlage für Fachwelt, Vogelliebhaber und Interessierte. CDC
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