Vom Geheimnis der Körpersymmetrie

Foto: Biology Letters

Wie kommt es eigentlich, dass wir so symmetrisch gebaut sind und je zwei Arme und Beine haben? Der Antwort auf diese Frage ist jetzt möglicherweise ein Forscher der University of Manchester auf der Spur.

 

Der Schlüssel zu seinen Erkenntnissen ist ein fossiler Fisch aus der Klasse der Kieferlosen, der die heute noch lebenden Neunaugen und Schleimaale angehören. Die Gattung Euphanerops durchschwamm unsere Meere vor rund 370 Millionen Jahren. Das Besondere an ihr: Als eines der ersten Wirbeltiere entwickelte sie paarweise Körperanhänge, wie sie bei Flossen, Armen und Beinen heute gemeinhin auftreten.

 

Doch das ist noch nicht alles: Denn bei Euphanerops ist sogar die Analflosse im Bereich des Darmausgangs gepaart. Dies ist einmalig; Analflossen sind ansonsten nur von den heutigen, „modernen“ Kiefermündern bekannt, wo sie durchgängig nur einfach statt doppelt vorkommen.

 

Viele Experimente bis zum heutigen Bauplan

 

Was ist also das Geheimnis dieser merkwürdigen Analflossen? Dr. Robert Sansom erläutert: „Wichtig ist bei der Analyse das Alter des Fisches. Er stammt aus der Zeit der evolutionären Aufspaltung in Kieferlose und Kiefermünder, von denen alle heute lebenden Wirbeltiere abstammen. Daher repräsentiert er einen evolutionär wichtigen Abschnitt bei der Entwicklung gepaarter Körperanhänge.“

 

Offensichtlich haben unsere frühesten Vorfahren so einiges ausprobiert, ehe es zum heutigen Körperbauplan mit je zwei Armen und Beinen kam. Sansom: „Hätten sie das nicht getan, würden wir heute völlig anders aussehen.“

Nach dem Devon-Zeitalter und dem Aussterben vieler Arten gab es nur noch wenige Abweichungen vom „Standard“-Bauplan der Kiefermünder: doppelte Bauch- und Brustflossen sowie je eine Rücken- und Analflosse. „Die Entdeckung ‚neuer‘ anatomischer Merkmale wird hoffentlich bei der Aufklärung helfen, wann und mit welcher Geschwindigkeit die Körperanhänge der Wirbeltiere entstanden sind und wie sie sich im Laufe der Zeit weiter entwickelt haben“, so Sansom. Die Ergebnisse seiner Studie wurden jüngst in den Biology Letters veröffentlicht. NISO

 

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