Zoonosen fordern jährlich Millionen Menschenleben

Foto: photocase/Joe Esco

Gut 2,4 Milliarden Krankheiten und über zwei Millionen Todesfälle pro Jahr gehen auf das Konto von Erregern, die zwischen Tieren und Menschen wandern. Forscher des International Livestock Research Institute (ILRI), des britischen Institute of Zoology sowie der Hanoi School of Public Health nahmen deshalb in einer neuen Studie die Hotspots solcher so genannten Zoionosen unetr die Lupe. Ergebnis: Der steigende Nahrungsbedarf der noch immer wachsenden Menschheit gefährdet die Bewohner ländlicher Regionen vor allem in den armen Schwellen- und Entwicklungsländern.

Äthiopien, Nigeria und Tansania in Afrika sowie Indien galten bislang als Problemzonen. Inzwischen, so erkennen Experten nach Auswertungen von Daten über 56 typische, zwischen Tier und Mensch übertragbaren Krankheiten sowie der Durchsicht von mehr als 1.000 Studien zu Zoonosen geraten verstärkt auch die USA und Europa in den Fokus der Mediziner. Für die jetzt vorgelegte Studie wurden die Krankengeschichten von zehn Millionen Menschen und sechs Millionen Tieren betrachtet, hinzu kamen über 6.000 Umwelt- oder Nahrungsmittel-Proben.

Ergebnis: etwa 27 Prozent aller Nutztier-Herden in Entwicklungsländern sind von Infektions-Erregern infiziert. Etwa ein Drittel aller auf der Erde vorkommenden Darmerkrankungen, so die Forscher, haben darin ihre Ursache.

Einerseits, so betonen die Agrarforscher, biete der steigende Nahrungsmittelbedarf der Menschheit vielen Kleinbauern in armen Ländern eine Chance: Sie könnten durch die Produktion von Milch- und Fleischprodukten zu – wenn auch bescheidenem – Wohlstand gelangen. Andererseits jedoch, das zeigt die Studie, gefährdet gerade das oft enge gemeinsame Leben von Menschen und Tieren in diesen Ländern die Gesundheit vieler – eine echte Zwickmühle: Denn die Krankheiten verringern eben auch die Produktivität der Landwirtschaft in diesen Ländern.

Daten über Zoonosen sind rar – auch das ein Studienergebnis: „99,9 Prozent aller Tierverluste durch Krankheiten sind nirgends verzeichnet“, so stellen die Forscher fest.

 

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