Sternstunde für den deutschen Naturschutz

DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde, Peter Altmaier und BImA-Vorstand Axel Kunze unterzeichnen. Foto: DBU

Weitere 16.000 Hektar Naturschutzflächen wurden heute, am 28. Mai 2013 an die Deutsche Bundesstiftung für Umwelt (DBU) übertragen. Umweltminister Peter Altmaier, der seine Unterschrift unter den unentgeltlichen Übertrag setzte, lobt den Einsatz: „Die Mühen haben sich gelohnt. Das nationale Naturerbe wird für die Zukunft bewahrt."

 

Das „nationale Naturerbe“ umfasst 125 000 Hektar wertvolle Naturschutzfläche. Die DBU hält von dieser „Wildnis“ als größte Umweltstiftung der Welt nun 62 000 Hektar.

Der Bundesumweltminister betonte unweit der Elbe, die über Jahrzehnte als Symbol dafür gestanden habe, was fehlende Umweltpolitik ausmache, dass es in Deutschland lange einen Hang zur Kultur-, nicht zur Naturlandschaft gegeben habe. Erst in den letzten Jahrzehnten sei die Bereitschaft gewachsen, die Natur wieder sich selbst zu überlassen.

 

Mit der Freigabe der 125.000 Hektar durch den Bund sei etwas Historisches geschaffen worden, „weil es tendenziell für die Ewigkeit gemacht ist“, so Altmaier. Benötigt würden in Deutschland Wildnisflächen, auf denen sich die Natur selbst überlassen bleibe, „Wildnis vor der eigenen Haustür“.

 

Naturgebiete als Rückzugsort für seltene Tiere und Pflanzen

 

Natur wieder der Natur!Foto: wikimedia/Heppo

DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl sprach von einer „Sternstunde der Natur- und Umweltpolitik in Deutschland“. In Deutschland seien große Naturerbegebiete als Rückzugsorte für seltene Tiere und Pflanzen notwendig. Insofern sei der heutige Tag für ihn in seiner über 60-jährigen Naturschutzarbeit ein besonderer Tag. Weinzierl lobte die Bundesregierungen, die sich nicht zum Verkauf der Gebiete, sondern für ihren langfristigen Schutz entschieden hätten.

 

Ebenfalls freute sich der alteingesessene Umweltschützer darüber, dass auf diesen Flächen endlich die Natur sich wieder selbst überlassen bleibt. Man müsse Natur- und Kulturerbe wieder als eine Einheit verstehen. Die Naturerbeflächen beinhalteten jetzt die Chance, dass Menschen die Natur wieder im wahrsten Sinne des Wortes begreifen könnten, ein riesiger Bedarf nach Umweltbildung gestillt werden könne und sich auch für einen nachhaltigen Tourismus große Chancen ergäben.

 

2005 hatten die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag festgelegt, dass die Bewahrung des nationalen Naturerbes eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe höchsten Ranges sei, bei der die öffentliche Hand vorbildlich voranzugehen habe. Die Bundesregierung wolle deshalb die im Eigentum des Bundes befindlichen hochwertigen Naturschutzflächen langfristig für den Naturschutz sichern.

Gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen des Bundes einschließlich der Flächen des "Grünen Bandes“ sollten in einer Größenordnung von bis zu 125.000 Hektar unentgeltlich in eine Bundesstiftung – vorzugsweise die DBU – eingebracht oder an die Länder übertragen werden. Dies wurde heute vollbracht. Nun kann sich auf diesen Naturschutzflächen ein besonderer Artenreichtum entwickeln.

 

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