Amazonas: 325 Meter Turm für die Klimaforschung

Foto: MPI für Chemie

Das Amazonas-Gebiet hat globale Bedeutung: es produziert die Hälfte des Sauerstoffs, hat über seine Verdunstung einen enormen Einfluss auf den Wasserkreislauf und stabilisiert das Klima.

 

Hier startete 2009 das deutsch-brasilianisches Gemeinschaftsprojekt „ATTO“, das Amazonian Tall Tower Observatory. Koordiniert vom Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie MPI und in Zusammenarbeit mit dem brasilianische Amazonas-Forschungsinstitut Inpa, soll es wegweisende Erkenntnisse und Grundlagen für verbesserte Klimamodelle liefern.

 

Max-Planck Koordinator Jürgen Kesselmeier und INPA-Direktor Luiz Renator de França Foto: S.Brenner/MPI

Am 15. August wurde nun das Fundament für dem Messturm gegossen. Mit einer Höhe von 325 Metern (1 Meter höher als der Pariser Eiffelturm) und ausgestattet mit entsprechenden Messgeräten, soll der Turm die Treibhausgase und Aerosolpartikel messen und Wetterdaten sammeln. Der Turm wird im größten zusammenhängenden Regenwald der Erde stehen und ist daher für Klimaforscher von großer Bedeutung.

 

„Die Messstelle ist weitgehend ohne direkten menschlichen Einfluss und daher ideal, um die Bedeutung des Waldgebietes auf die Chemie und Physik der Atmosphäre zu untersuchen“, sagte Jürgen Kesselmeier vom Max-Planck-Institut für Chemie aus Mainz während der Zeremonie, die aus Anlass des Baubeginns etwa 150 Kilometer nördlich von Manaus stattfand. Er sei stolz, nun den ersten Teil dieser einzigartigen Forschungsanlage anfassen zu können.

 

Konstruktionsskizze der Spitze des ATTO-Turms. Bild: SAN und MPI

Der brasilianische ATTO-Koordinator Antonio Ocimar Manzi rechnet mit der Fertigstellung zum Ende des Jahres, so dass nach Installation der Messgeräte bereits 2015 Forschungsdaten gesammelt werden könnten. Die Forscher erhoffen sich, die Quellen und Senken von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid verstehen. Außerdem wollen sie die Bildung von Aerosolpartikeln untersuchen, die für die Wolkenbildung wichtig ist. Die Höhe von 325 Meter macht es möglich, Messdaten aus stabilen Luftschichten zu erhalten, in denen beispielsweise die Kohlendioxidkonzentration nicht dem Tag-Nacht-Wechsel durch Pflanzen ausgesetzt ist.

 

 

 

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