21.06.2018

Antarktis-Eisschmelze hebt Meeresspiegel an


Antarctica and sea-level rise © ESA/Planetary Visions

Das schmelzendes Eis der Antarktis hat den Meeresspiegel seit 1992 um 7,6 Millimeter angehoben, die Hälfte dieses Anstiegs fand in den vergangenen fünf Jahren statt. Das ist das Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts internationaler Wissenschaftler, für das entsprechende Satellitendaten ausgewertet wurden. Ihre Forschungsergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

 

84 Wissenschaftler aus 44 internationalen Organisationen haben unter Leitung von Andrew Shepherd von der Universität Leeds (Großbritannien) und Erik Irvins aus dem Jet Propulsion Laboratory der NASA den bisher umfassendsten Bericht über die Veränderungen der antarktischen Eisschichten zusammengetragen.

 

„Wir gehen schon lange davon aus, dass die Veränderungen des Erdklimas die polaren Eisschichten beeinflussen werden“, sagt Professor Shepherd, „dank der Satelliten, die unsere Weltraumorganisationen ins All gebracht haben, können wir diesen Eisverlust und dessen Auswirkungen auf den weltweiten Meeresspiegel mit genauen, sicheren Daten nachverfolgen und belegen. Unsere Analyse ist zu dem Schluss gekommen, dass die antarktischen Eisverluste im vergangenen Jahrzehnt dramatisch zugenommen haben. Durch das massive Abschmelzen des Eises steigt der globale Meeresspiegel heute schneller an als je zuvor in den letzten 25 Jahren.“

Mikroplastik und Gifte in der Antarktis

Bisher ist man davon ausgegangen, dass die antarktische Ringströmung eine Art Barriere bildet, die das antarktische Ökosystem von den Weltmeeren isoliert. Der Traum ist leider ausgeträumt. Greenpeace fand jetzt Mikroplastik und umweltschädliche Chemikalien in den entlegenen Regionen des Südpolarmeers.

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Waren es in den 1990ern noch 53 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr, sind es seit 2012 schon 159 Milliarden Tonnen. Der auf das Dreifache angestiegen Eisverlust lässt sich vor allem auf einen beschleunigten Abfluss des Pine-Island-Gletschers und der Thwaites-Gletschers zurückführen. Ursache dafür ist das wärmere Meerwasser unter den schwimmenden Eisschichten.

 

„Deswegen ist es besonders wichtig, dass wir weiterhin Satelliten nutzen, die das Eis auf der Erde vermessen. So können wir kontinuierlich verlässliche Daten zu den Eisschichten und dem Erdklima sammeln," so Josef Aschbacher, ESA-Direktor für Erdbeobachtung.

Die Wissenschaftler haben für ihre Studie vor allem Daten des ESA-Forschungssatelliten CryoSat und des Copernicus-Satelliten Sentinel-1 ausgewertet. Sie überwachen die Veränderungen der Eishöhe und der Eisbewegung. Auf Grund der Forschungsergebnisse fordert Shepherd die Regierungen auf, sich der Gefahr des schneller wachsenden Meeresspiegels bewusst zu sein und daraus Schlüsse für den Schutz der Küstenstädte und -regionen zu ziehen. (Quelle: ESA)


hjo

 

Weitere Infos kann man bei der ESA nachlesen...

 

 

 


Assessing Antarctic ice loss © IMBIE/University of Leeds

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