Doha: Halbzeit und erste arabische Klima-Demo

Foto: Klimaretter.info/Reimer

Halbzeit in Doha: Klimaschützer vermissen die Kompromissbereitschaft der Delegierten. Derweil fand im Wüstenstaat Katar am Wochenende die erste Klimademonstration auf arabischem Boden statt. Einige Beobachter vermuteten jedoch, die Teilnehmer seien mit den Petrodollars der Scheichs zum Transparente schwingen bezahlt worden, damit die als Klimaschützer punkten konnten.

„Verweigerungshaltungen werden den Herausforderungen des Klimaschutzes nicht gerecht“, kommentiert die Beobachterin des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) die Verhandlungen in Katar. Ann-Kathrin Schneider: „Bisher wartet jeder darauf, dass der andere sich bewegt. Wenn das so weitergeht, scheitert die Konferenz.“

Besonders nergativ bewertet die BUND-Expertin, dass sich Japan, Kanada, Russland und Neuseeland aus dem Kyoto-Protokoll verabschiedet hätten. Zudem setzten Staaten wie Polen und die Ukraine alles daran, ihre überschüssigen Emissionszertifikate aus der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls in die zweite übertragen zu können.

Pikant: Polens Kapitale Warschau soll 2013 Gastgeber der Nachfolge-Konferenz sein.

 

500 Araber demonstrierten im Ölstaat Katar für Klimaschutz

 

Nun warten in Doha alle auf die Minister, die in der kommenden Woche nach Katar kommen, um vielleicht doch noch das Ruder herumzureißen. Schneider drängt Bundesumweltminister Altmaier, dabei zu helfen, das CO2-Minderungsziel bis 2020 auf mindestens minus 30 Prozent anzuheben.

Derweil demonstrierten am Wochenende etwa 500 junge Araber am Verhandlungsort in Doha für mehr Klimaschutz. Greenpeace nannte den Aufmarsch einen „Schaulauf“.

Sie reisten aus mehreren arabischen Staaten in die Wüsten-Monarchie. Sie wollten, „das Schweigen arabischer Regierungen beim Klimaschutz brechen“. So wird eine 24-jährige Teilnehmerin aus Bahrain von Agenturen zitiert.

Die Demonstration im Wolkenkratzer-Viertel Al Dafna war staatlich sanktioniert, vermuten Beobachter. Nach Angaben des Portal Klimaretter.info, ließ Katars Regierung dafür „eine halbe Million Dollar“ springen. Mit dem Geld wurde eigens ein Umweltschutz verein gegründet und Aktivisten ausgebildet.

 

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