Fukushima-Atomunfall von Menschen verursacht

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Fehlerquelle: Mensch. Jetzt ist es offiziell. In Japan legte die unabhängige Untersuchungskommission des Parlaments ihren Bericht zur Atomkatastrophe von Fukushima vor. Er „macht die engen Beziehungen zwischen Politik und Atomindustrie für die Atomkatastrophe verantwortlich“, zitieret ihn die Frankfurter Rundschau. Fazit der 641 Seiten: Politiker und Betreiber sind für die Kernschmelzen verantwortlich.

Die Behauptung der Betreiberfirma Tepco, allein der Tsunami habe nach dem starken Erdbeben am 11. März 2011 das AKW beschädigt, weißen die Experten laut F.A.Z. zurück: „Das würde bedeuten, dass die Erdbebensicherheit der verbliebenen rund 50 Atomreaktoren Japans noch einmal gründlich überprüft werden müsse.“

Das, zitiert die Zeitung einen Experten der Temple-Universität (Tokio), „stelle die Entscheidung des Kabinetts in Frage, schon wieder einige der Atomreaktoren ans Netz zu bringen“. Bereits seit dem zurückliegenden Wochenende aber liefert das AKW in Oi schon wieder Atomstrom ins Netz.

„Gegen den Protest zahlreicher Bürger hatte Ministerpräsident Yoshihiko Noda die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren drei und vier des Atomkraftwerks Ohi angeordnet“, beschreibt die FR das Vorgehen der japanischen Politik. Ohne Atomstrom, zitiert die Zeitung Ministerpräsident Noda, könne Japan seinen Lebensstandard nicht halten.

Japans Atomaufsicht habe weltweit geltende Sicherheitsstandards viel zu zögerlich umgesetzt, ist eine der Hauptaussagen des Atomberichts. Sie hätten aber die Katastrophe „möglicherweise noch verhindern können“. Weitere Gründe: Probleme im Krisenmanagement. Und: „Tepco habe Kostenfragen Priorität gegenüber Sicherheitsfragen eingeräumt“, schreibt die F.A.Z.

 

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