04.01.2019

Schon wieder geht ein „Schuss nach hinten los“: Die massiven Anstrengungen, mit denen Chinas Regierung die Luft über den Megastädten des Landes wieder sauberer machen will, führen laut neuen Studien dazu, dass dadurch der Ozongehalt über dem Boden massiv in die Höhe schnellt. So wird Umweltschutz zum Problem für die Gesundheit der Bewohner.
Harvard-Wissenschaftler der John A. Paulson school of Engineering and applied Sciences (SEAS) und ihre Kolleginnen und Kollegen der Nanjing University of Information Science & Technology (NUIST) registrierten den Effekt jetzt, als sie meteorologoische und Luftmessungen von über 1.000 Stationen analysierten, die seit der chinesischen Luftreinhalte-Initiative von 2013 im ganzen Land die Sauberkeit der Luft überwachen.
Feinstaub wirkt wie Schwamm und behindert Ozonbildung
Der Feinstaub machte in China vor allem während der winterlichen Smogtage das Atmen schwer. Kleinst Partikel drangen in die Lungen der Menschen und verursachten Beschwerden und Krankheiten, weshalb die Regierung Kohlekraftwerke durch Gasturbinen ersetze, den Autoverkehr reglementierte oder Industrieanlagen Emissions-Auflagen erteilte.
Tatsächlich sank nach Erkenntnissen der Wissenschaftler die Schmutzfracht der Luft mit so genannten PM 2,5 Feinstaubpartikeln um rund 40 Prozent.
Fatal aber ist, dass die Experten gleichzeitig einen anstieg des bodennbahen Ozons maßen. Das reizende Gas sachädigt massiv die Atemwege. Ihre suche nach der Quelle des Stoffs war nun erfolgreich: Staubpartikel, so schreiben die Wissenschaftler um Daniel Jacob, wirken offenbar wie ein Schwamm, der die freien Radikale in der Luft aufsaugt und bindet. Je weniger der Staubpartikel nun aber in der Luft schweben, desto weniger können sie diese aggressiven Moleküle binden und unschädlich machen. Sie bleiben in der Atmosphäre und reagieren dort zu Ozon.
Der Professor für Atmosphärenchemie räumt in einem Kommentar zu seiner Studie ein: „Das Phänomen konnten wir bislang noch nirgendwo sonst beobachten, da bislang kein anderes Land so drastisch und schnell gegen den Feinstaub vorging wie die Chinesen.“ Für ihn und seine Mitautoren ist es daher unvermeidlich, dass die Emissionsquellen von Stickoxiden und flüchtiger organischer Verbindungen einzudämmen, damit deren Abbauprodukte die Luft nicht mit noch mehr Ozon belasten.
pit
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