
Justin Welby, ehemaliger Finanzmanager in der Erdölindustrie wurde zum Bischof von Canterbury gewählt. Damit ist er geistliches Oberhaupt über 80 Millionen Anglikaner. Am 1. Januar 2013 tritt er die Nachfolge Rowan Williams an, der nach fast zehn Jahren aus dem Amt scheidet.
Nach Abschluss seines Studiums 1978 arbeitete Justin Welby als Finanzmanager in der Erdölindustrie. Er war für Erdölförderungsprojekte vor allem in Nigeria und in der Nordsee zuständig. Zuletzt war er Group Treasurer bei Enterprise Oil plc, einer britischen Erdölförderungsgesellschaft, wo er für sämtliche Finanzen zuständig war.
Von 1989 bis 1992 studierte er Theologie am St John’s College der Durham Universität. 1993 bekam er die Priesterweihe.
Von nun an stieg er die geistliche Karriereleiter hinauf.
Am 28. Oktober 2011 wurde Welby in der Kathedrale von York offiziell zum Bischof von Durham geweiht. Seitdem gehört er als geistlicher Lord dem House of Lord an.
Vor vier Tagen, am 9. November gab der Premierminister die Entscheidung von Queen Elisabeth II. bekannt, Justin Welby zum Erzbischof von Canterbury zu ernennen. Gewählt wurde er von einem Komitee von Geistlichen. Durch die Queen erfolgte die Bestätigung dieser Wahl.
Bischof von Canterbury – das wichtigste Amt der anglikanischen Weltkirche
Hiermit hat er das wichtigste Kirchenamt in England inne und ist gleichzeitig das Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft.
Unter seine Aufgaben fallen die Krönung der britischen Könige und die Leitung der Gottesdienste des Könighauses.
Welby gilt, im Gegensatz zum liberalen Williams als konservativ. Er lehnt gleichgeschlechtliche Ehe ab. Dafür setzt er sich aber für die Weihe von Frauen zu Bischöfen ein. Auf seiner Homepage gibt er Finanzen, Wirtschaft und Industrie sowie Friedensbildung in Afrika als Interessen an.
Die Ernennung Welbys wurde von einem Wettskandal überschattet. Bereits Tage vor der Bekanntgabe wurden bei Londoner Buchmachern auf Welby als Nachfolger von Williams gesetzt. Ein Sprecher von Buchmacher William Hill kommentierte: „Ist denn nichts mehr heilig?“
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