
Schock beim Zeitung lesen: Mit wahrlich bombigen Anzeigen überrascht nach Informationen des Branchenblatts werben&verkaufen am 31. Mai die Wochenzeitung Die Zeit ihre Leser: Die finden darin die Broschüre eines fiktiven Waffensupermarkts. Im Angebot: günstige Gewehre und preiswerte Panzer. Mit der Aktion startet Amnesty International (AI) eine Kampagne vor der am 2. Juni beginnenden UN-Konferenz über die Kontrolle des weltweiten Waffenhandels.
„Es ist ein Unding, dass es für den Handel mit Bananen und Dinosaurierknochen klare Regeln gibt, aber der Waffenhandel bisher international keiner Kontrolle unterliegt", zitiert das Hamburger Abendblatt den Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Wolfgang Grenz. Der warf vielen Akteuren der Politik und Wirtschaft Doppelmoral vor. Selbst Regierungen, die sich den Schutz der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hätten, ziert ihn die Zeitung weiter, verlören diese schnell aus den Augen, wenn wirtschaftliche Interessen im Spiel seien. Grenz : „Besonders deutlich wird das beim internationalen Waffenhandel.“
Der jüngste AI-Bericht nennt Fakten: In mindestens 101 Staaten dokumentierte die Organisation Folter und Misshandlung durch die Sicherheitskräfte, in mindestens 91 Ländern Einschränkungen der Meinungsfreiheit, zitiert ihn das Abendblatt.
Darauf reagieren nun die Menschenrechtler. AI ließ eine fingierte Werbebroschüre entwerfen und legt sie Ende Mai der gesamten Zeit-Auflage bei.
Diese Schock-Broschüre trifft ins Mark. Anne-Catherine Paulisch, von der deutschen AI-Sektion laut w&v: „Jetzt besteht die historische Chance, den weltweiten Waffenhandel endlich durch wirksame Standards zu kontrollieren.“ Dafür haben sich die Aktivisten der Menschenrechtsorganisation Hilfe geholt bei den Kreativen der Berliner Werbeagentur Kornberger und Partner. Deren Chef Frank Kronberger erklärte dem Werber-Branchenblatt: „Die vertraute Werbe-Ästhetik des 'Waffensupermarkts' holt die mörderische Realität des internationalen Waffenhandels mitten in unsere Alltagswelt.“
Amnesty will dieses Treiben mit einer Petition erschweren. Die Unterschriften, die durch die Kampagne erschreckte Menschen dafür liefern, sollen die Staatengemeinschaft veranlassen, einen Waffenkontrollvertrag zu verabschieden. Damit, so hofft Amnesty, werden die Menschenrechte besser geschützt.
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