Londoner Metro rollt seit 150 Jahren

Foto: London Transfer Museum

Die älteste U-Bahn der Welt, die Londoner Metropolitan wird 150 Jahre alt. Am 9. Januar 2013 feiern die Londoner ihr Jubiläum.

 

Am 9. Januar 1863 rollte der erste Passagier-Zug unter der Erde. Eine Weltsensation war eröffnet: die „Metropolitan Line“ beförderte Londoner auf einer dreieinhalb Meilen langen Strecke von der Paddington Station nach Farringdon.

 

Ins Leben wurde das damals als „Beleidigung des gesunden Menschenverstandes“ verschriene Projekt von der Firma Metropolitan Railway. Im Jahr 1854 begann diese mit der Planung und dem Bau der ersten unterirdischen Bahn der Welt.

 

Die Londoner Metropolitan veränderte das Leben der englischen Hauptstadt und ihrer Einwohner. In den ersten sechs Monaten benutzten täglich 26 000 Passagiere die neue Untergrund-Verkehrsader. Allein im ersten Jahr fuhren 11,8 Millionen Menschen mit der Metropolitan Line.

 

Dieser Erfolg ermutigte weitere private Firmen ebenfalls U-Bahn-Linien zu eröffnen. Ein unterirdisches Tunnelsystem entstand. Um diesem mehr System zu verleihen, wurde 1908 die gemeinsame Vermarktung als „Londoner Underground“ beschlossen.

 

Aber auch zum heutigen Stadtbild trug die „Tube“ ihren Verdienst bei. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erkannten die Londoner Arbeiter die Vorzüge des neuen öffentlichen Verkehrsnetzes. So zogen viele aus den engen und dreckigen Arbeiterhäusern der Innenstadt in gemütliche und billige Häuschen in den Vorstädten. Durch die Metro war ihnen ein schnelles Pendeln zu den Fabriken möglich. So wuchsen die kleinen Dörfer um London schnell zu beliebten Vororten und fügten sich bald ins Londoner Stadtbild ein.

 

3,5 Millionen Menschen fahren täglich mit der Metro

 

Heute befördert die Londoner Metropolitan an verkehrsreichen Tagen 3,5 Millionen Passagiere. Jährlich benutzen über eine Milliarde Menschen das 402 kilometerlange -Schienennetz.

 

Während dem zweiten Weltkrieg rettete die Metro viele Londoner vor den Bomben der Nazis. Die Bevölkerung nutze die tiefen Schächte als Bunker.

Aber die „Tube“ schreibt leider auch ein paar schwarze Kapitel. 1987 kamen bei einem Feuer in der Station King's Cross 31 Menschen ums Leben. Daraufhin wurden die Brandvorschriften verschärft und zahlreiche neue Sicherheitsregeln eingeführt. Unter anderem wurde das Rauchen in den Stationen verboten.

Der schlimmste Terroranschlag, den London erlitt, ereignete sich größtenteils in der Londoner Metro: Am Morgen des 7. Juli 2005 zu Berufsverkehr sprengten sich Terroristen in drei Zügen in die Luft. Ein weiterer Selbstmordattentäter zündete eine Bombe in einem Doppeldeckerbus. 56 Menschen wurden dabei getötet und 700 teilweise schwer verletzt.

 

Derzeit baut London an der Crossrail, einer neuen Ost-West-Verbindung. Die Eröffnung ist für 2018 geplant. Londons U-Bahn-Netz ist nach Shanghai das zweitlängste der Welt.

 

 

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