
Ostern, das Fest der Auferstehung- und der Geschenkhasen in allen Variationen. Doch während seine Abbilder aus Schokolade oder auf Grußkarten gemütlich im Warmen sitzen, geht es dem Original draußen auf den Feldern derzeit weniger gut.
Der Feldhase ist in Deutschland eine bedrohte Art und steht in manchen Regionen- unter anderem dank Autos und zu intensiver Landwirtschaft- ohnehin schon auf der Roten Liste. Jetzt macht ihm der diesjährige harte und lange Winter noch mehr zu schaffen.
Das Problem: Meister Lampe gehört in puncto Fortpflanzung zu den Frühstartern des Jahres. Bereits Mitte Februar/Anfang März bringen die Weibchen ihren ersten Wurf zur Welt- dann, wenn es draußen, so wie jetzt, noch bitterkalt ist. Die große Gefahr, vor allem für die Jungen, ist nasses Fell- trockene Kälte könnten die Nager hingegen gut verkraften.
Maiswüsten ohne Verstecke und ausreichend Nahrung
Laut Deutschem Jagdschutzverband teilen sich in der Bundesrepublik derzeit zehn Hasen einen Quadratkilometer. Damit leben momentan so wenige Hasen im Land wie seit 2002 nicht mehr. Grund zur Panik sieht Dr. Daniel Hoffmann vom Deutschen Jagdschutzverband dennoch nicht: „Populationsschwankungen sind normal und zwölf Jahre zur Ermittlung langfristiger Trends nicht ausreichend“, erläutert der Biologe. Er mahnt jedoch auch: „Wir müssen die Weiterentwicklung der Bestände jetzt natürlich sehr genau beobachten.“
Im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) werden in 350 Regionen Deutschlands zweimal jährlich Feldhasen gezählt. In Rheinland-Pfalz stellten die Wissenschaftler fest: Der steigende Anbau von Mais und anderen Bioenergie-Pflanzen und die damit einhergehende Verödung landwirtschaftlicher Flächen wirkt sich negativ auf die „Bevölkerungsdichten“ der flinken Nager aus. Sie können sich nicht mehr so gut vor ihren zahlreichen Fressfeinden verstecken und finden nicht mehr ausreichend und passende Nahrung.

Junghasen nicht mitnehmen!
Deshalb riefen Bayerischer Jagdverband und Bayerischer Bauernverband im vergangenen Jahr ein gemeinsames Projekt ins Leben: Der Anbau von inzwischen 1800 Hektar „wildtiergerechten“ Zwischenfrüchten dient der Schaffung neuer, strukturierter Lebensräume für Langohr, Fasan, Rebhuhn & Co.
Übrigens: Sollten Sie auf einem Ihrer Osterspaziergänge über ein Hasennest stolpern- die Tiere benötigen in aller Regel keine menschliche Hilfe. Ihre Mutter hat sie nicht verlassen, sondern kommt- aus gutem Grund- nur einmal am Tag zum Säugen vorbei. Mit falsch verstandener Tierliebe tun Sie also weder den Nagern noch sich selbst einen Gefallen- machen Sie sich doch ganz nebenbei der Wilddieberei schuldig! Junghasen dürfen nur dann zur nächsten Wildtierstation gebracht werden, wenn der eigene Hund oder die Katze die Kleinen anschleppen. NISO
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