
Das Tote Meer liegt 417 Meter unter dem Meeresspiegel und ist vielfältig bedroht. Mit dem zunehmenden Wasserverbrauch der Bevölkerung im Bereich der Zuflüsse und vor allem durch die Entnahme von Wasser aus dem Jordan, dem größten Zufluss, sinkt der Wasserspiegel jährlich um etwa einen Meter. Jetzt gibt es erste Hinweise auf Austrocknung in früheren Wärmeperioden. "Erstmals konnte gezeigt werden, dass das Tote Meer in früheren Zeiten deutlich weniger Wasser führte oder sogar ausgetrocknet war", erklärt Forschungsleiter Daniel Ariztegui von der Universität Genf im pressetext-Interview. Veröffentlicht wurden die ersten Ergebnisse im Fachblatt "Eos".
Das Tote Meer ist nicht nur aufgrund seiner Lage außergewöhnlich, sondern auch, weil es mit seinem rund 30-prozentigen Salzgehalt zehnmal salziger ist als Meerwasser. Ein Grund für diese Konzentration ist die Tatsache, dass das Tote Meer keinen Abfluss hat, weitere Gründe sind die Wasserentnahmen aus den Zuflüssen, die zunehmende landwirtschaftliche Düngung sowie die Verdunstung. "Sichtbar wurde nun jedoch, dass es in Warmzeiten auch einen natürlichen Rückgang gibt", betont der Schweizer Geologe.
Die Forscher untersuchten auf 235 Meter Seetiefe die Sedimente und fanden zu ihrer Überraschung Kieselsteine, die sonst nur an Ufern vorkommen, sowie große Salzzonen. Das könnte darauf deuten, dass der Seespiegel früher womöglich noch unter dem heutigen Niveau lag. Auch Gips, Aragonit, Schlamm und Kalk kam zum Vorschein. Die genaue Datierung diese Trockenperiode steht noch aus, die Forscher schätzen sie bisher jedoch auf 120.000 Jahre vor unserer Zeit.
"Das Tote Meer ist ein guter Sensor für die Globaltemperatur. In Eiszeiten war sein Wasserstand deutlich höher - vor 25.000 Jahren etwa 260 Meter über dem heutigen Niveau, womit es über das gesamte Jordantal bis hinauf zum See Genezareth reichte. In den Wärmeperioden dazwischen sank der Wasserspiegel jedoch deutlich", so der Forscher. Eine wichtige Erkenntnis, da laut heutigen Klimamodellen auch anderen Regionen des Nahen Ostens ein vergleichbares Schicksal der Austrocknung bevorsteht. Weitere Infos zum Toten Meer beim GNF.... und im Archiv

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