28.04.2019

Die Fakten zeichnen ein Katastrophenszenario: Frances Seymour vom World Resources Institute (WRI) bleibt dennoch verhalten optimistisch: Die Abholzung des Regenwald könne gestoppt werden, sagte sie bei der Vorstellung der aktuellsten Rodungsbilanzen für Tropenwälder.
2018 war laut der Recherchen des WRI kein gutes Jahr für die weltweit bedrohten Wälder und der in ihnen lebenden Tiere und Menschen. In den zurückliegenden Monaten des Vorjahres beobachteten Forscher des WRI bei ihrer Auswertung von Satellitenbildern den Verlust von Wäldern, die zusammengenommen eine Fläche des US-Bundesstaats Pennsylvania ergeben – etwa 12,15 Millionen Hektar.
Frieden in Kolumbien lockt neue Farmer in die Wälder
„Der Regenwald liegt auf der Intensivstation“, zitiert Grist Magazine Seymour bei der Vorstellung des WRI-Reports. Obwohl es einerseits eine Reihe von Communities gäbe, die sich vor allem gegen das Abholzen des alten Primärwalds und der großen Bäume im Urwald ausgesprochen und sich dazu verpflichtet hätten, so die Forscherin, würden vor allem einzelne Regierungen (wie etwa die brasilianische) und Unternehmen weiter gerade diese – auch für den Klimaschutz - wertvollsten Urwaldriesen absägen.
Wie wichtig der Wald für das Erdklima ist, betont das WRI anhand von Zahlen. „Die Abholzung ist für 10 Prozent der weltweiten Klimakiller-Emissionen verantwortlich“, zitiert Grist die Forscher des WRI. Wäre der Tropenwald eine Nation, so käme sie auf den dritten Platz hinter China und den USA bei den weltweit am meisten für den Klimawandel verantwortlichen Länder, rechnet Frances Seymour vor: „Waldrodung ist die drittgrößte Quelle für die CO2-Belastung der Erdatmosphäre.“
Mit der Abholzung geht der Verlust an Lebensraum für viele Arten einher. Allein seit dem Jahr 2000 summiert sich diese Fläche, die Heimat für viele Pflanzen, Fösche oder Lemuren ist, immerhin auf die Größe von Ländern wie Belgien. Fatalerweise ist nun aber sogar die eigentlich begrüßenswerte politische Entwicklung wie jene einer Aussöhnung zwische Rebellen und Regierung in Kolumbien, inzwischen eher ein Treiber für die Abholtzung. Der neue Frieden im Land, macht die Wälder wieder sicherer vor Hinterhalten und anschlägen. Das nutzen Kleinbauern und roden Flächen, um darauf ihr Vieh weiden lassen zu können.
Seymour bleibt dennoch Optimstin. Sie hofft, dass sich die Erkenntnis weiter durchsetze, dass der Erhalt des Waldes allen hilft.
pit
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