Geheimoperation: EU plant die Wasser-Privatisierung

Grafik: Logo/right2water.eu

Wem gehört eigentlich das Wasser, das aus unserem Wasserhahn tropft? Seit 2010 gilt der Zugang zu sauberen Wasser als Menschrecht. Und das aus gutem Grund: ohne trinkbares Wasser können wir nicht lange überleben.

 

Bisher liegt unser Wasser in der Hand der Städte und Gemeinden. Das könnte sich aber bald ändern. Die EU-Kommission für Konzessionsvergaben plant – bisher fast unbemerkt – im Bereich der Wasserversorgung eine allgemeine Marktöffnung. Konzerne wie Nestlé, Gelsenwasser und andere Konzerne reiben sich schon die Hände. Was das bedeuten kann, zeigt sehr eindrucksvoll die Dokumentation „Bottled Life“ (ARTE/SSR) von Urs Schnell und Res Gehriger. (oder siehe Video unten!) Mit Beispielen in den USA, in Nigeria und in Pakistan wirft sie Schlaglichter auf die Expansionstrategie von Nestlé im globalen Wassermarkt.

 

Und das die Absichten der EU schnell Realität werden können, zeigt sich jetzt schon in Portugal. Hier haben schon erste Gemeinden ihr Wasser an Private Konzerne verkauft, zum Leidwesen der Bürger , die es sich nicht mehr leisten können. Griechenland wird folgen – damit die „Treuka“ ihre Milliarden auch weiterhin zahlt. (siehe den Monitor-Beitrag aus 2012)

 

Auch wenn die EU-Richtlinie bereits beschlossen ist, kann man noch etwas dagegen tun. Die von Gewerkschaften und Umweltverbänden initiierte europäische Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht", hat eine Initiative gegen die Privatisierung der Wasserwirtschaft gestartet. Bis zum 1. September 2013 müssen eine Million Unterschriften zusammen kommen, damit die EU-Kommission sich mit dem Anliegen der Bürgerinitiative befassen muss. Die Ziele der Bürgerinitiative sind:

 

1. Wasser und sanitäre Grundversorgung als Garantie für alle Menschen in Europa

2. Keine Liberalisierung der Wasserwirtschaft

3. Verbesserung des Zugangs zu Wasser und sanitärer Grundversorgung weltweit

 

Unterstützen Sie die Online-Petition mit Ihrer Online-Unterschrift! www.right2water.eu/de

 

Grafik: right2water.eu

Experiment Bolivien: Weltbank wollte den Regen privatisieren

Aguas del Tunari, eine Tochterfirma von International Water Ltd., einem Firmenkonsortium mit Beteiligung der US-Baufirma Bechtel und des Energieunternehmens Edison aus Italien, handelte ohne öffentliche Beteiligung und hinter verschlossenen Türen mit der bolivianischen Regierung einen 40-jährige Monopolvertrag der Wasserver- und -entsorgung aus. Die Konzession beinhaltete die Konfiszierung und damit Enteignung gemeinschaftlich errichteter und genutzter Brunnen. Kurz darauf erfolgten Preiserhöhungen für die Konsumenten, deren Wasserrechnungen zwischen 50 und 250 Prozent anstiegen. Auf Proteste wurde mit äusserte Gewalt geantwortet.

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