Bürger forschen für die Wissenschaft

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Laien schafften durch das Internet eine neue Form der wissenschaftlichen Bürgerbeteiligung. In Echtzeit sammeln sie Daten über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010.

 

Beim „Citizen science“ betreiben interessierte Laien zusammen mit ausgebildeten Akademikern Wissenschaft. Sie stellen Berichte online und sammeln Daten über epidemische Gesundheitsprobleme oder Umweltkatastrophen. Wie stark die Beteiligung der Bürger dabei ist kann von Organisation zu Organisation unterschiedlich sein. Ein Beispiel ist die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010.

 

Fast 600 Liter Öl flossen beim Sinken der Ölbohrplattform Deepwater Horizon ins Meer. Eine Umweltkatastrophe von ungeahnten Ausmaßen. Sabrina McCormick von der George Washington University School of Public Health and Health Services (SPHHS) wertete über 2.600 Berichte über die Katastrophe von sozial engagierten Organisationen, Ölarbeitern, Fischern, Anwohnern, Wissenschaftlern und Vertretern der Regierung aus. Ihr Team erstellte eine Karte auf der alle Beobachtungen, wie Rauch, vergiftete Meeresfrüchte oder unangenehme Gerüche, die mit der Katastrophe in Verbindung standen, vermerkt wurden.

 

 

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Zauberwort „realtime“

 

Offizielle Berichterstatter beschreiben typischerweise nur geringe Gesundheitsrisiken, haben aber oft nicht die Möglichkeit genügend Beweise zu sammeln, die nötig sind um die vollständigen Konsequenzen des ausgeflossenen Öls zu erfassen. Die Studie beweist, dass wissenschaftliche Bürgerbeteiligung schnell auf potentielle Risiken aufmerksam macht und Probleme vermerkt sobald sie auftauchen. Der absolute Vorteil der Laien-Wissenschaftler ist die Datenaufnahme in Echtzeit. Sie halten die Auswirkungen der Ölkatastrophe sofort fest und erheben Daten auch an entfernteren Orten, die nicht im Fokus der offiziellen Untersuchungen stehen.

 

Die wissenschaftliche Bürgerbeteiligung kann nicht den Platz von traditionellen Studien durchgeführt von ausgebildeten Wissenschaftlern einnehmen. Aber sie ist ein verheißungsvoller Weg und kann dazu beitragen richtig auf Katastrophen zu reagieren, die Risikoeinschätzung zu verbessern und vor Gesundheits- und Umweltkatastrophen schützen

 

Auch in Deutschland gibt es „Citizen Science“-Organisationen. Eine der bekanntesten sind die naturgucker, die sich mit dem Thema Vogelmonitoring befassen.

 

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