Erdbeben: GFZ schreibt Gefahrenkarte für Europa

Karte: GFZ

Im Iran und in China wackelte die Erde. Wo in Europa die Erde beben könnte: Wissenschaftlern des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ ist es erstmals gelungen, einen Erdbebenkatalog für Europa und den Mittelmeerraum zu erarbeiten. Die Karte bildet Beben für das letzte Jahrtausend ab.

Der Katalog umfasst etwa 45 000 Erdbeben. Das veröffentlichen Wissenschaftler des GFZ aktuelle in der Fachzeitschrift Journal of Seismology. Weil „starke Erdbeben in Zeitabständen von Hunderten von Jahren auftreten können“, betonen die GFZ-Forscher, könne dieses „seltene Auftreten damit eine trügerische Sicherheit verursachen, die das tatsächlich vorhandene Risiko überdeckt“.

 

Erdbeben: verlässliche Aufzeichnungen erst seit wenigen Jahren

 

Verschlimmert werde die Situation, weil erste messtechnische Aufzeichnungen erst seit rund hundert Jahren vorlägen und verlässliche Daten auch zu schwächeren Beben erst seit etwa fünfzig Jahren existierten.

Die einzige Möglichkeit zur Erfasssung des real existierenden Risikos, so die GFZ, sei die Auswertung historischer Beben. „Der von uns vorgelegte Katalog umfasst die Beben der letzten tausend Jahre ab einer Magnitude von 3,5 im nördlichen Teil des katalogisierten Gebietes und Magnitude größer als 4 für den südlichen Teil“, sagt Dr. Gottfried Grünthal über die neue Erdbebenkarte. Er überdeckt das Gebiet von den Azoren bis zum Kaspischen Meer und von der Sahara bis zum Nordkap.

Die Beben sind für den Zeitraum von 1000 n. Chr. bis 2006 aufgezeichnet. Die Aufzeichnungen über Erdbeben sind dabei für die unterschiedlichen Regionen sehr unterschiedlich exakt. „Beben der Stärke 5 und größer sind aber etwa im Gebiet Deutschlands ab etwa 1600 n. Chr. hinreichend vollständig katalogisiert“, betonen die Wissenschaftler. Es gibt jedoch auch Fehler in den Aufzeichnungen: Chronisten verwechselten Daten oder Orte.

 

Interaktive Erdbebenkarte zum Download

 

„ Auf der GFZ-EMEC-Webseite können die Daten innerhalb des Kataloggebietes nach Nutzerwünschen heruntergeladen und entsprechend der Vorgaben der Nutzer Karten der Epizentren der Erdbeben innerhalb gewünschter zeitlicher und räumlicher Ausschnitte, Maßstäbe und Kartenprojektionen generiert, gespeichert und gedruckt werden“, betonen die GFZ-Wissenschaftler über ihre neue Karte. Der EMEC-Katalog sei damit eine verlässliche Grundlage für die Gefährdungsabschätzung für Erdbeben und Beben bedingten Tsunamis.

 

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