Hilfe: Hunger in Ostafrika kehrt in die Lager zurück

Foto: K. Sam

465.000 somalischen Flüchtlinge in Gefahr: Ärzte ohne Grenzen befürchtet eine Verschlechterung der humanitären Lage im kenianischen Lager Dadaab. Ein anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni veröffentlichter Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Lage in dem größten Flüchtlingslager der Welt ein Jahr nach der Hungerkrise im Osten Afrikas immer noch inakzeptabel ist. „Zwar sind Fälle von Mangelernährung und die Sterblichkeitsraten zurückgegangen“, zitiert die Agentur Pressetext den Bericht: Ohne grundlegende Änderungen sei es aber nur eine Frage der Zeit, bis in Dadaab die nächste Krise ausbricht. Ärzte ohne Grenzen fordert die internationale Gemeinschaft auf, dem Flüchtlingshilfswerk der Uno ausreichend Geld zur Verfügung zu stellen.

In und um Dadaab habe sich die Sicherheitslage zunehmend verschlechtert. Das wirke sich auch auf die Arbeit von Hilfsorganisationen aus. Nach einer Reihe ernster Zwischenfälle, darunter einer Entführung zweier Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen, würden die Aktivitäten im Lager zurückgefahren, die Registrierung und die medizinische Untersuchung von Neuankömmlingen wurden schon komplett eingestellt. Neu Eingetroffenen waren daher in den vergangenen Monaten gezwungen, bei Flüchtlingen in den überfüllten Lagern Unterschlupf zu finden. Es kam zu Ausbrüchen von Masern und Cholera.

„Ärzte ohne Grenzen fordert“, heißt es in einer Pressemeldung der Organisation, „die Registrierungseinrichtungen wieder zu eröffnen, damit alle neu ankommenden Flüchtlinge umgehend medizinisch untersucht werden können und Lebensmittelhilfe sowie eine Unterkunft erhalten.“

„Auch wenn die Flüchtlinge Essen erhalten, ist Dadaab heute kein sicherer Zufluchtsort mehr“, sagt Elena Velilla, verantwortlich für die Projekte von Ärzte ohne Grenzen in Kenia. „Tausende schutzlose Menschen mussten schon viel zu lange leiden. An einem wirklichen Zufluchtsort müssen das gesundheitliche Wohl und die Würde der Menschen gewährleistet sein. Solange nichts getan wird, werden die somalischen Flüchtlinge auch weiterhin die Leidtragenden sein.“

Ärzte ohne Grenzen betreibt in Dagahaley/Dadaab ein Krankenhaus mit 300 Betten. Das Ernährungsprogramm ermöglicht zur Zeit die Versorgung von mehr als 850 schwer mangelernährten Kindern. Die Mitarbeiter führen durchschnittlich 14.000 medizinische Untersuchungen pro Monat durch, rund 1.000 Flüchtlinge werden stationär aufgenommen.

Hier finden Sie den aktuellen Bericht

 

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