
Ein See in Japan hilft Klimaforschern und Archäologen künftig das Alter ihrer Fundstücke noch genauer zu datieren. Bislang mussten sie dieses aus der Bestimmung des radioaktiven Kohlenstoff 14 Isotops (C14) errechnen. Möglich macht die neue präzise Datierung nun der Abgleich mit Daten aus dem Sediment des Suigetsu See . Im Wissenschaftsblatt Science beschrieben sie jetzt ihre neue Methode. Forscher des Geoforschungszentrum in Potsdam sowie der Freien Universität Berlin waren an Ramseys Arbeit beteiligt.
Die Daten aus Japan würden vor allem bei der Untersuchung von Objekten helfen, die älter als 12 500 Jahre sind, berichtet das Team um Christopher Bronk Ramsey von der britischen Oxford-UniversitätC im US-Wissenschaftsjournal. Für diesen Zeitraum gebe es nur ungenaue Referenzwerte.
Nun können die Forscher das Alter organischer Objekte wie Holz oder Knochen viel genauer bestimmen. Sie verbesserten die in der Wissenschaft unverzichtbare Radiokarbonmethode durch die Analyse Jahrtausende alter Sedimente des japanischen Sees.
Sediment liefert Forschern neuen Maßstab zur Datierung
Archäologen könnten mit Hilfe der Daten zum Beispiel „den Zeitpunkt genauer festlegen, an dem die Neandertaler ausgestorben sind oder besser verfolgen, wann sich die modernen Menschen in Europa ausgebreitet haben. Klimaforscher könnten besser nachvollziehen, wie sich Gletscher während der letzten Eiszeit verändert haben“, zitiert der das Magazin Stern die Wissenschaftler.
Das Team um Ramsey untersuchte Bohrkerne vom Grund des Sees. Dort lagert sich Jahr für Jahr organisches Material ab, so dass sich regelmäßige Schichten bilden - ähnlich wie Jahresringe von Bäumen. Sie blieben für Tausende von Jahren ungestört und können einem bestimmten Jahr zugeordnet werden.
Die Forscher verglichen daher den Radiokarbongehalt des Isotops C-14 in den Schichten und erhielten so den Vergleichswert für ein jeweils bestimmtes Jahr.
Die Daten reichen etwa 53.000 Jahre zurück und somit über 40 000 Jahre weiter, als vergleichbare Werte bisher.
Das C-14-Prinzip: Menschen, Pflanzen und Tiere nehmen so lange sie leben, Kohlenstoffisotope auf. Die Isotope C-12 und C-13 bleiben stabil. C-14 zerfällt in genau festgelegten Raten. Bestimmen die Forscher in einer Probe das Verhältnis des stabilen C-12 zu dem noch vorhandenen C-14-Gehalt, kann man somit ihr Alter errechnen.
Etwa in Bäumen. Das Baumringarchiv reicht allerdings nur etwa 12.500 Jahre zurück. Für frühere Zeiten beziehen sich die vorhandenen Kalibrationskurven vor allem auf C-14-Messungen aus marinen Quellen wie Korallen oder Sedimente. Weil der C-14-Gehalt in den Ozeanen aber nicht direkt dem in der Atmosphäre entspricht, sind diese Messungen aber ungenauer.
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