ETH-Studie: Große Windanlagen umweltfreundlicher

Foto: ap/Kellermeister

Groß ist besser: Windkraftanlagen beeinträchtigen das Klima umso weniger, je größer sie gebaut werden. Das fanden jetzt Forscher der ETH Zürich heraus. Ihre Studie veröffentlichen sie im Fachblatt Environmental Science & Technology. „Bisher nahm man bloß an, dass größere Windkraftanlagen umweltfreundlicheren Strom erzeugen als kleine“, zitiert die Agentur Pressetext Studienleiterin Marloes Caduff, „wir haben dies nun quantitativ bewiesen.“

Windmühlen werden immer gigantischer. Laut Pressetext erreichten die Anlagen 1980 gerade einmal 15 Meter Rotordurchmesser. Heute werden Windanlagen bis zu zehnmal größer gebaut: Spitzenreiter ist aktuell die Offshore-Anlage Alstom Haliade 150 vor Frankreichs Küste mit 150 Metern Rotor-Durchmesser - noch größere Windanlagen sind in Planung.

„Gemäß der economy of scale wird Strom aus Windkraft umso billiger, je mehr man produziert. Wir wollten überprüfen, ob dieser Positiveffekt auch für die klimarelevanten Umweltfolgen gilt“, ziert die Agentur Caduff. Analysiert wurden existierende Studien zu zwölf Windrädern von 12,5 bis 90 Metern Höhe, deren Ökobilanz - von Produktion bis Betrieb und Entsorgung - die Forscher nach einer Harmonisierung der Daten verglichen.

Ergebnis: Je größer die Anlage, desto nachhaltiger der produzierte Strom. Zwei Hauptgründe führt Caduff dafür an: „Günstig wirkt erstens der Lerneffekt über die Jahre, was etwa das Material und die Form der Rotorblätter betrifft. Dieser Fortschritt erlaubt es zweitens, mehr Wind zu nutzen, ohne dass die Masse des Turmes oder der Generatorkopf proportional größer werden“, erklärt die Forscherin.

Ins Gewicht fällt in der Ökobilanz vor allem der Stahl für den Turm, der Glasfaser-Kunststoff, der Chromstahl für den Generatorkopf sowie der Beton für das Fundament. Eine Extrapolierung der Daten für noch größere Windräder sei laut Caduff nicht zulässig, immerhin könnten jedoch Anlagenbetreiber die Berechnungen für eine erste Abschätzung der Umweltwirkung ihrer eigenen Generatoren nutzen, indem sie diese in Durchmesser und Höhe einordnen.

 

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