28.11.2018

Zum Start der nächsten Weltklimakonferenz (3. - 14.12.) im polnischen Katowice dokumentiert die Europäische Investitionsbank (EIB) mit dem Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage die unterschiedlichen Einstelllungen der Menschen in der EU, in China und den USA über die Folgen des Klimawandels.
„Dies Zahlen zeigen das geringe Bewusstsein in Deutschland – und allgemein in Europa – für die wirtschaftlichen Chancen, die durch die Bekämpfung des Klimawandels entstehen können“, fasst die EIB die Auswertung der Umfrage unter 25.000 in jeder der Regionen repräsentativ ausgewählten Netz-Teilnehmern durch YouGov zusammen. So glauben in Deutschland etwa gerade einmal 14 Prozent (EU-Durchschnitt: immerhin 21 Prozent), „dass Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen können“.
Deutsche skeptisch, ob Klimaschutz der Wirtschaft helfen kann
Die Erhebung legt den Schwerpunkt darauf, schreibt die EU-Bank in ihrer Pressemeldung zur Umfrage, wie die Menschen Klimawandel und Wirtschaftswachstum wahrnehmen, ein Aspekt, der auf der Weltklimakonferenz COP 24 in Polen diskutiert werden dürfte.
Die Umfrage zeigt, dass 49 Prozent der Deutschen glauben, der Klimawandel mache sich für sie durch steigende Kosten bemerkbar – etwa durch höhere Versicherungsbeiträge, Energiekosten, Steuern. „Die finanziellen Folgen bereiten den Deutschen offenbar somit beim Klimawandel die größten Sorgen“, kommentiert die EIB das Ergebnis.
Die Umfrage ergab außerdem, dass sich Menschen mit geringerem Einkommen mehr Sorgen um die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen von Klimamaßnahmen machen als Menschen mit hohem Einkommen: 39 Prozent der Deutschen mit einem jährlichen Bruttohaushaltseinkommen von weniger als 24.000 Euro denken, dass sich Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken werden, während dem nur 35 Prozent der Deutschen mit mehr als 60.000 Euro zustimmen.
Allgemein kam die Umfrage zu dem Ergebnis, dass sich die Menschen in der EU größere Sorgen über die finanziellen Folgen des Klimawandels machen als US-Amerikaner und Chinesen.
Die Europäische Investitionsbank will dennoch einer der größten Geldgeber weltweit für die Bekämpfung des Klimawandels werden. Das kündigt sie in ihrer Pressemeldung zur Umfrage an und begründet dies: „Die EIB stellte seit 2011 weltweit mehr als 130 Milliarden Euro für die Durchführung von Klimainvestitionen von mehr als 600 Milliarden Euro bereit. Dies entspricht ungefähr dem polnischen BIP.“ Die Motive der Banker erläutert Monica Scatasta, Leiterin Grundsatzfragen Umwelt, Klima und Soziales bei der EIB: „Finanzierungen sind ein Schlüsselfaktor bei der weltweiten Bekämpfung des Klimawandels und seiner negativen Folgen. Wir in der EIB glauben fest daran, dass die Finanzierung von Klimavorhaben auch entscheidend zur Erschließung von Wachstumspotenzial und Innovationschancen beiträgt. Vielleicht ist nicht jedem bewusst, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel sich auch sehr positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken und eine beträchtliche Zahl neuer Arbeitsplätze schaffen können. Allerdings sind öffentliche Gelder und die Finanzierungen internationaler Einrichtungen allein nicht genug. Investoren, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie alle Wirtschaftskräfte müssen vor dem Hintergrund der Bedrohungen durch den Klimawandel ihren Beitrag leisten.“
pit
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