19.06.2019

Amsterdam ist bekannt für seinen historischen Stadtkern und seine romantischen Grachten. Und obwohl Holland als Fahrrad-Eldorado gilt, dominiert hier immer noch der PKW. Das soll sich aber jetzt ändern. Die Stadt wird ab 1. Juli die Zahl der Anwohnerparkberechtigungen im Zentrum um jährlich 1.500 reduzieren. Dadurch könnten bis 2025 etwa 11.200 Parkplätze entfernt und durch breitere Gehwege, Straßengrün und Radwege ersetzt werden.
In Amsterdam stehen rund 432.000 öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Davon befinden sich über 250.000 direkt links und rechts der Straße. Autofahrerinnen und Autofahrer, die derzeit einen Parkausweis besitzen, dürfen diesen auch weiterhin behalten. Aufgrund von Umzug, Tod oder Abmeldung des Fahrzeugs zurückgegebene Ausweise werden jedoch nicht erneut vergeben. Auch Umzüge innerhalb der Stadt sind von dieser Regelung betroffen. Durch die Reduktion des Parkraums soll die Wartezeit auf einen Anwohnerparkplatz von heute “nahezu nicht vorhanden” auf etwa zwei Jahre im Jahr 2026 steigen.
Die freigewordenen Flächen sollen in enger Beteiligung der Bevölkerung zur Schaffung von Grünflächen, Radabstellanlagen, Ladezonen oder zur Verbreiterung von Gehwegen genutzt werden. Des Weiteren soll die Zahl der Parkplätze an den Durchgangsstraßen verringert werden. Hier soll straßenbegleitendes Parken in Tiefgaragen verlagert werden.
Im April wurden die Parkgebühren für alle Nicht-Anwohner bereits drastisch erhöht. Sie stiegen im Zentrum von 5,00 Euro auf 7,50 Euro pro Stunde. Auch in anderen Bereichen wurden die Parkgebühren erhöht und liegen nur noch in den Außenbereichen auf einem mit deutschen Innenstädten vergleichbarem Niveau. Die Entscheidung, einen weiteren Pkw kaufen und zulassen zu wollen bzw. mit Pkw in bestimmte Stadtbereiche ziehen zu wollen, wird somit in einen größeren Kontext – wie vereinbar ist ein Pkw mit dichtem Stadtverkehr – gestellt.
Übrigens freuen sich die Denkmalschützer bereits darauf, die Kaimauern im historischen Kern endlich sanieren zu können und ihre Fundamente durch die Wegnahme von Parkflächen zu entlasten.
red
Der Originalartikel von Martin Randelhoff ist auf zukunft-mobilitaet.net veröffentlicht... (unter CC BY-SA 3.0 de lizensiert)
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