20.12.2018

Wieder fatale „Nebenwirkung“ entdeckt: Felder, die zur Bodenverbesserung im Winter mit Gründünger-Pflanzen bebaut sind, können den Klimawandel anheizen. Das ergaben jetzt Modellrechnungen und Simulationen von Wissenschaftlern am amerikanischen National Center for Atmospheric Research (NCAR).
Eigentlich ist die Gründüngung von Vorteil. Die Pflanzen verhindern zu starke Bodenerosionen und geben dem Acker wertvolle Nährstoffe zurück. Daher muss der Bauer später wenger (Kunst-)Dünger auf sein Feld streuen. Auch die Wasserspeicherung verbessert sich. Daher ist die Methode vor allem bei Biolandwirten beliebt.
Gründüngung im schneereichen Winter verschärft den Klimawandel
Jetzt aber erkannte die Pflanzenökologin Danica Lombardozzi am NCAR, dass die über die Schneedecke ragenden Stengel und – teilweise auch erforenen oder verdorrten - Blätter der Pflanzen fatalerweise zu viel des auch im Winter auf die Erde fallenden Sonnenlichts absorbieren und eben nicht – wie die Schneedecke, die sonst das Land bedecken würde – als weiße Fläche einfach wieder zurück ins Weltall zurückstrahlt.
So bilden die backerten Felder im Winter eine „Falle“ für die Sonnenenergie. Sie fangern die Wärme der sonne auf der Erde. Das kann, errechnet Lombardozzi laut Ihrer im Fachorgan Geophysical Research Letters publizierten Forschungen etwa für die Regionen des US-MIttelwestens oder im südlichen Kanada zur zusätzlichen Aufheizung der Atmosphäre bis zu 3 Grad Celsius (°C) führen.
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Gordon Bonan untersuchte Danica Lombardozzi auch verschiedene Pflanzenarten auf ihre Auswirkung auf diesen Absorbtionseffekt der Sonnenenergie. Dabei stellten sie fest, dass es kaum erheblich sei, obe die Feldfrüchte längere Stiele hatten und höher wuchsen, oder ob sie mehr und breitere Blätter trieben oder einfach nur am Boden wuchernde Pflanzen sind. Der Wärmestau war nahezu vergleichbar. Lombardozzi zieht dennoch den Schluss: „Wenn die Landwirte die Vorteile der Gründüngung nutzen aber das Klima möglichst wenig aufheizen wollen, sollten sie wähend der wintermonate möglichst kurzstilige Pflanzen mit möglichst wenig Blättern aussäen.“
pit
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