Hybrid-Fahrer sind unabhängige Meinungsführer

Foto: AIM

Hybrid-Autofahrer sind anders als Benzin- oder Dieselfahrer. Umweltschutz ist ihnen deutlich wichtiger als Geld einzusparen. Das ergab eine Studie des Automotive Institute for Management (AIM).

Die repräsentative Befragung von knapp 1.000 Autobesitzern in Deutschland ergab, „dass sich die Nutzungsmotive der Fahrer von Fahrzeugen mit Hybrid-Antrieb deutlich von denen der Fahrer von Autos mit konventionellem Antrieb unterscheiden!, beschreiben die Wissenschaftler ihr Ergebnis in einer Pressemeldung über die Umfrage: „Auch im grundlegenden Persönlichkeitsmuster sind Unterschiede zwischen den untersuchten Fahrergruppen erkennbar.“

 

Großes Marktpotenzial für Hybridfahrzeuge in Deutschland

 

Die AIM-Analyse zeichnet ein Bild des Marktpotenzials von Hybridautos: „Zwischen 2009 und 2011 wurden jedes Jahr durchschnittlich 25 Prozent mehr Autos mit einer Mischung aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb zugelassen als im Vorjahr; in den ersten acht Monaten des Jahres 2012 wurden sogar annähernd 66 Prozent mehr Hybridfahrzeuge zugelassen als in demselben Zeitraum des Vorjahres.“

Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotor dagegen fanden bei den Kunden weniger Zuspruch. Zwischen 2009 und 2011 lag das Absatzplus nur bei bei unter sechs Prozent. „Obwohl es sich angesichts der absoluten Zulassungszahlen um ein hohes Wachstum auf niedrigem Ausgangsniveau handelt“, sagt dazu AIM-Direktor Franz-Rudolf Esch, „befinden sich Hybrid-Fahrzeuge auf dem besten Weg aus der Nische heraus.“

Schlaglichter aus der Befragung: mehr als jedem zweiten Hybrid-Fahrer die Umweltfreundlichkeit des eigenen Autos am wichtigsten, gegenüber nur etwa jedem fünften Benzin- und Diesel-Fahrer. Für diese wiederum sind zum überwiegenden Teil die geringen Haltungskosten der wichtigste Aspekt am eigenen Auto. Die Fahrzeugmarke wird von nahezu jedem vierten Benzin- und Diesel-Fahrer als am wichtigsten angesehen, hingegen nur von etwas mehr als jedem zwanzigsten Hybrid-Fahrer.

 

Hybrid-Fahrer sind Individualisten und Meinungsführer

 

„Während bei Hybrid-Fahrern das Umwelt-Motiv deutlich stärker ausgeprägt ist, erreichen Benzin- und Diesel-Fahrer signifikant höhere Werte beim Status-Motiv“, kommentieren die Meinungsforscher des AIM.

Bei den Persönlichkeitseigenschaften der Fahrergruppen erkannten die Wissenschaftler, dass „Hybrid-Fahrer deutlich weniger an Autos interessiert als Benzin- und Diesel-Fahrer. Zugleich sind sie eher individualistisch veranlagt und richten sich in ihrem Kaufverhalten nicht so stark nach den Meinungen von Peer-Groups, nehmen demgegenüber vielmehr eher die Rolle von Meinungsführern ein, die Kaufentscheidungen Anderer beeinflussen“.

 

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