
Nach dreijähriger Forschungsarbeit mit zwei Feldexpeditionen, umfangreichen Laborexperimenten und Datenanalysen steht fest: der Great Pacific Garbage Patch (GPGP), große Plastikstrudel im Pazifik, ist wesentlich größer und enthält deutlich mehr Plastik als bisher angenommen. Der Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii hat eine Größe von 1,6 Millionen Quadratkilometern, was einer Fläche dreimal so groß wie Frankreich entspricht. Die Masse von 80.000 Tonnen Plastik übersteigt frühere Schätzungen mindestens um das Vierfache. Die Studie wurde von 16 internationalen Forschern verfasst und wurde durch den Beitrag von Dutzenden anderen Freiwilligen, Spendern, Schiffs- und Flugzeugbesatzungen, Koordinatoren und Forschern unterstützt. Jetzt ist sie im Fachblatt "Scientific Reports" veröffentlicht worden.
Für das Forscher-Team um Laurent Lebreton von der Ocean Cleanup Foundation im niederländischen Delft sind die Ergebnisse alarmierend: Die Konzentration von Mikroplastik, die den Großteil der geschätzten 1,8 Billionen Stücke innerhalb des GPGP ausmacht, ist seit den 1970er Jahren exponentiell angewachsen. Mehr als drei Viertel der Masse besteht aus größeren Trümmern, Fischernetzen oder Kisten auf Schwimmkörpern. Wenn dieses Material langfristig abgebaut wird, hat es das Potenzial, die Konzentration von Mikroplastik um das 30-fache auf eine erstaunliche Summe von etwa 50 Billionen Partikeln zu erhöhen.

"Wir brauchen koordinierte internationale Anstrengungen und müssen die Art, wie wir Plastik nutzen, überdenken und neu gestalten", sagte der Meeresforscher Laurent Lebreton dem Guardian. "Die Zahlen sprechen für sich. Die Lage wird schlimmer, und wir müssen jetzt handeln."
Dies Zahlen zeigen, wie notwendig rasches Handeln ist. Im kommenden Jahrzehnt müssen erhebliche internationale Maßnahmen ergriffen werden, um den zunehmenden Zustrom von Plastikmüll in unsere Meere zu stoppen. Vor allem aber muss sich unsere Einstellung zum Plastik und unser Umgang mit dem Plastikmüll radikal ändern. Schon heute gelangt immer mehr Microplastik in die Nahrungskette. Welche gesundheitlichen Folgen das auf lange Sicht für den Mensch hat, ist derzeit noch völlig unklar.
hjo
Infos über die für 2018 geplanten Einsatz des "Ocean Cleanup Systems" und zur Studie gibt es unter www.theoceancleanup.com
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