
Wenn Handelsschiffe über die Weltmeere schippern, reist häufig auch das Umweltrisiko mit. Sobald sich Algen und Muscheln an Rümpfen festsetzen, nimmt nicht nur der Wasserwiderstand, sondern auch Spritverbrauch und Schadstoffausstoß erheblich zu. Damit das nicht passiert, werden Schiffswände speziell beschichtet. Diese Anstriche sind aber oft giftig und schaden den Wasserlebewesen bis hin zur Unfruchtbarkeit. Das Bionik-Innovations-Centrum (B-I-C) der Hochschule Bremen hat einen giftfreien, streichfähigen Schutzanstrich gegen Bewuchs für Boote entwickelt, dessen Wirkungsmechanismus nun auch bei großen Schiffen angewendet werden soll.
„Schiffe werden vor Bewuchs, Gewässer vor Giften geschützt. Gleichzeitig können Kraft-stoffverbrauch und Schadstoffausstoß deutlich gesenkt werden“, sagt Prof. Dr. Antonia Kesel vom B-I-C. Vorbild für die giftfreie Farbe ist die besondere Hautstruktur von Haien. „Haie besitzen auf ihrer Haut kleine ‚Zähne‘, die so genannten Dentikel. Sie sind so ausgerichtet, dass sich die Haut glatt anfühlt, wenn man dem Hai vom Kopf zum Schwanz über den Rücken streicht; anders herum ist sie dagegen rau“, so Kesel weiter. Diese besondere Hautstruktur senkt den Wasserwiderstand und verbessert die Beweglichkeit des Tieres.

Haihaut als Vorbild für neuen Schiffslack
Die ähnlich konzipierte raue Oberfläche des Lacks erschwert es Wasserlebewesen, sich am Schiffsrumpf zu verankern. Durch den regelmäßigen Wasserstrom wird der lose anhaftende Algenschleim mitgerissen und bildet keinen weiteren Nährboden für andere Organismen – „eine Art Selbstreinigung“. Durch die geringeren Strömungswiderstände können Sprit gespart und der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt werden.
Bei erfolgreicher Einführung der Farbe in den Markt soll nicht nur der Gifteintrag in die Umwelt verringert werden, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass durch den Bewuchs an Schiffen fremde Tierarten eingeschleppt werden, die die heimische Artenvielfalt gefährdeten. Die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU) übrigens fördert dieses Projekt mit 350.000 Euro.
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